2003 kommt nächste Stufe der Öko-Steuer
Verbraucher müssen mit höheren Öl-Preisen rechnen

Der starke Anstieg der Rohölpreise in den vergangenen Tagen ist beim deutschen Verbraucher zwar noch nicht angekommen, doch kann sich das in den nächsten Tagen ändern.

HB/dpa HAMBURG/WIEN. An den Tankstellen kostet ein Liter der meistgetankten Benzinsorte Super im bundesweiten Durchschnitt etwa 1,03 bis 1,04 Euro und damit fast ebenso viel wie im November. Zu Beginn des kommenden Jahres steigt der Benzinpreis ohnehin rechnerisch um 3,5 Cent je Liter, weil die nächste Stufe der Öko-Steuer in Kraft tritt.

"Die Autofahrer haben durch den harten Wettbewerb in den vergangenen Wochen sehr niedrige Preise gesehen", sagte Karl-Heinz Schult-Bornemann von der Exxon-Mobil am Dienstag in Hamburg. Im europäischen Vergleich ohne Steuern liegt das deutsche Preisniveau auf Rang 13 unter 15 EU-Staaten.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstag um die 29 Dollar und bewegte sich damit nur wenig unterhalb der Jahres-Höchststände. "Das Preisniveau beim Rohöl wird auf die Ölprodukte durchschlagen und kann dann zu höheren Preisen für die Endverbraucher führen", sagte Schult-Bornemann.

Der Korbpreis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) betrug am Montag 28,61 Dollar je Barrel, teilte das OPEC-Sekretariat in Wien am Dienstag mit. Damit war OPEC-Öl um 0,99 Dollar teurer als am vergangenen Freitag. Der Preis stieg dabei erstmals seit zwei Monaten über die selbst definierte Obergrenze von 28 Dollar je Barrel.

Als Grund für die massive Verteuerung in den vergangenen Tagen sehen Händler laut OPEC vor allem die Situation in Venezuela an. Der weltweit fünftgrößte Ölexporteur leidet seit Wochen unter einem Generalstreik und fördert nur noch einen Bruchteil seiner Kapazitäten. Dazu kommt nach Expertenmeinung die neu erwachte Angst der Händler vor einem Krieg der USA gegen den Irak.

Der deutsche Mineralölmarkt ist in diesem Jahr nach vorläufigen Berechnungen um fast vier Prozent geschrumpft. Damit liege der Rückgang deutlich höher als erwartet, teilte der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) am Dienstag in Hamburg mit. Noch im Frühjahr hatten die Experten aus Verbänden und Instituten ein Minus von lediglich zwei Prozent vorhergesagt.

Wesentlicher Grund für den unerwartet starken Rückgang ist die schwache Entwicklung der Konjunktur. Dadurch sank die Nachfrage nach Verkehrsleistungen und der Absatz von Dieselkraftstoff stieg nicht wie erwartet um drei Prozent, sondern ging stattdessen leicht um 0,6 Prozent auf 28,4 Millionen Tonnen zurück. Noch stärker war der Absatzrückgang bei Ottokraftstoffen, die um 3,6 Prozent auf 26,9 Millionen Tonnen zurückfielen. Dieser Markt ist seit Jahren rückläufig, weil neuere Autos immer weniger Benzin verbrauchen und die Autofahrer weniger fahren.

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