2003 soll Profitabilität erreicht werden
Ericsson weiter tief in der Verlustzone

Der weltgrößte Mobilfunk-Netzausrüster, die schwedische Ericsson, hat angesichts verschobener Investitionen bei Netzbetreibern die Umsatzprognose für den Kernbereich Mobilfunksysteme gesenkt.

Reuters STOCKHOLM. Im Gesamtjahr werde sich der Umsatz der Sparte wohl stärker als der Markt verringern, dessen Rückgang Ericsson mit 20 Prozent bezifferte. Trotzdem solle "irgendwann 2003" wieder die Gewinnzone erreicht werden, teilte der Konzern am Freitag mit. Analysten bezeichneten vor allem den Auftragseingang als schwach. Ericsson-Aktien fielen an der Stockholmer Börse stärker als der Markt zeitweise um mehr als ein Zehntel und belasteten europaweit die Stimmung an den Märkten.

Die Prognose für den weltweiten Mobiltelefonabsatz 2002 setzte Ericsson wie auch der US-Konkurrent Motorola mit 390 Millionen Stück fest. Der weltgrößte Handyproduzent Nokia hatte am Vortag noch 400 Millionen Geräte prognostiziert. Bei den Kostensparmaßnahmen sei das Unternehmen den Planungen voraus, sagte Ericsson Chef Kurt Hellström vor Journalisten. Im abgelaufenen Quartal habe der Konzern 4500 Stellen abgebaut. Bis Ende kommenden Jahres will Ericsson die Zahl der Beschäftigten auf 60 000 von 107 000 Anfang 2001 abbauen. Aus Kostengründen will der Konzern seine Aktien nicht mehr an den Börsen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz listen lassen.

Ericsson nannte zudem für das dritte Quartal einen bereinigten Vorsteuerverlust von 3,9 Milliarden Kronen (427 Millionen Euro). Analysten hatten im Mittel nur einen Verlust von 3,2 Milliarden Kronen erwartet. Den Quartalsumsatz bezifferte Ericsson mit 33,5 (Vorjahr: 47) Milliarden Kronen, was leicht unter den Analystenerwartungen von 33,7 Milliarden Kronen lag. Der Auftragseingang sei um 46 Prozent auf 20,5 Milliarden Kronen gefallen. Darin seien Stornierungen unter anderem der deutschen Mobilcom und Quam über 5,4 Milliarden Kronen bereits einbezogen.

Das Gemeinschaftsunternehmen SonyEricsson, in das Ericsson im vergangenen Jahr seinen Mobiltelefonbau eingebracht hatte, habe im abgelaufenen Quartal vor Steuern 500 Millionen Kronen zum Konzernverlust beigetragen, teilte Ericsson weiter mit.

Auftragseingang war Albtraum

Die Ergebnisse spiegelten Analysten zufolge die schwierige Marktsituation wider. "Die Aufträge waren ein Albtraum - wir haben sie schlecht erwartet, aber nicht so schlecht", sagte Analystin Helena Nordmann-Knutson von Ohman Brokerage. Dies lasse mit Skepsis in die Zukunft sehen. Auch der Mittelabfluss von 2,7 Milliarden Kronen sei zu beachten, sagte Jan Ihrfeldt von der Swedbank. "Ich denke, sie versuchen die Erwartungen für das kommende Jahr zu reduzieren", fügt er hinzu. "Der einzig positive Aspekt ist, dass die Kosteneinsparungen besser als erwartet laufen", sagte Urban Ekelund, Analyst bei Redeye.

Ericsson verloren 4,8 Prozent auf 4,72 Kronen. "Die Leute haben im Moment nicht viel Vertrauen in die Aktie", sagte ein Aktienhändler. Ericsson kündige immer wieder einen Gewinn für 2003 an. "Es ist die gleiche, alte Geschichte."

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