2003 stabile Geschäftsentwicklung erwartet: Douglas bekommt Flaute zu spüren

2003 stabile Geschäftsentwicklung erwartet
Douglas bekommt Flaute zu spüren

Trotz eines schwachen Starts ins neue Jahr und düsteren Prognosen für den Facheinzelhandel will der Hagener Handelskonzern Douglas 2003 den Umsatz und das Ergebnis des Vorjahres zumindest erreichen oder gar leicht übertreffen.

Reuters DÜSSELDORF. "Wir gehen davon aus, dass wir die Umsätze und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Vorjahres erreichen werden, vielleicht auch leicht übertreffen werden", sagte Vorstandschefs Henning Kreke am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf auf Nachfrage. Zunächst hatte der Unternehmenschef keinen Ausblick geben wollen. Der Kurs der im Nebenwerteindex MDax notierten Aktie stieg in einem schwachen Umfeld um rund drei Prozent auf 15,55 ?.

Das vor allem durch seine gleichnamige Parfümeriekette bekannte Unternehmen will weiter expandieren und schließt auch Zukäufe nicht aus. Auf dem Prüfstand steht allerdings die unter starkem Ergebnisschwund leidende Süßwarenkette Hussel, mit denen Douglas groß wurde, sowie die Pohland-Modegeschäfte.

"Alle Geschäftsbereiche haben sich auf ein weiteres schwieriges Einzelhandelsjahr eingestellt", sagte Kreke. Bereits in den ersten drei Monaten habe Douglas die schwache Konjunktur zu spüren bekommen. Konzernweit habe der Umsatz 3,3 % unter dem Niveau vor Jahresfrist gelegen. Dieses Minus sei aber nicht auf den Irak-Krieg zurückzuführen, sondern in erster Linie auf die Verschiebung des umsatzstarken Ostergeschäfts. Dieses falle in diesem Jahr ins zweite Quartal, während es 2002 voll ins erste Quartal eingegangen sei.

Ergebnis für 2002 bestätigt

Douglas bestätigte am Mittwoch die bereits Ende Februar genannten vorläufigen Ertragszahlen für das Jahr 2002. Danach schrumpfte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf 95 (Vorjahr: 118) Mill. ?. Hauptgrund war das unerwartet schwache Weihnachtsgeschäft. Der Umsatz konnte zwar um zwei Prozent auf 2,23 Mrd. ? erhöht werden, dies war aber allein Akquisitionen zu verdanken. Auf vergleichbarer Fläche wäre er um 1,8 % geschrumpft. Als Dividende sollen unverändert 0,90 Cent pro Aktie ausgeschüttet werden.

Vor allem in den Kernbereichen Parfümerie, Schmuck und Bücher will Douglas im laufenden Jahr rund 110 (Vorjahr: 98) Mill. ? investieren. 2003 sollen rund 40 weitere Parfümerien hinzukommen, davon rund 80 % im Ausland, wo Douglas 2002 bereits 26 % seines Umsatzes erzielte.

"Akquisitionen durchaus denkbar"

Angesichts einer hohen Eigenkapitalquote von 40,8 % nach Dividendenausschüttung seien weitere Akquisitionen oder Kooperationen durchaus denkbar, sagte Kreke. "Wir haben heute die Chance, bei wirklich attraktiven Angeboten zugreifen zu können, weil wir uns in der Vergangenheit nicht von überzogenen Kaufpreisvorstellungen einiger Wettbewerber haben beeindrucken lassen." Wichtiger sei aber ein organisches Wachstum. Neben dem Parfümeriegeschäft, wo Douglas 55 % seines Umsatzes verzeichnet, komme hierfür auch der Buchbereich in Frage.

Umgekehrt stehen allerdings die weniger ertragsreichen Bereiche auf dem Prüfstand. So müsse der Süßwarenbereich zeigen, dass er zu nachhaltigem Ertragswachstum in der Lage sei, sagte Kreke. Im Modebereich sei er mit der Kette Appelrath-Cüpper sehr zufrieden. Die Pohland-Filialen jedoch hätten sich mit einem Umsatzminus von 7,6 % nicht vom schwachen Branchentrend abkoppeln können. "Entscheidungen über eine Trennung werden immer dann gefällt, wenn der Unzufriedenheitsgrad besonders hoch ist", kommentierte Kreke. Neben Hussel steht nach Angaben von Finanzchefin Gabriele Stopka derzeit auch die Billigkette Goldmeister auf dem Prüfstand.

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