2003 verspricht keine Besserung
US-Airlines in schlimmer Verfassung

Die amerikanischen Fluggesellschaften haben gerade die schlimmsten zwei Jahre ihrer Geschichte hinter sich gebracht. Und für 2003 zeichnet sich noch immer keine grundlegende Besserung ab.

HB/dpa NEW YORK. Nach Gesamtverlusten von neun Milliarden Dollar im Jahr 2001 könnten die roten Zahlen in diesem Jahr wieder acht bis zehn Milliarden Dollar erreichen. Das sind beispiellose Monumentalverluste. Mit United Airlines und US Airways gab es 2002 zwei spektakuläre Airlines-Konkurse gegeben, und weitere könnten im kommenden Jahr folgen.

Die schlechte Konjunktur belastet das Geschäft der Fluggesellschaften. Auch die Angst vor neuen Terroranschlägen und einem Irakkrieg verängstigt die Flugreisenden und ist ein enormer Unsicherheitsfaktor. Der Touristenverkehr hat sich zwar nach den Terroranschlägen vom elften September 2001 wieder einigermaßen erholt, doch lassen die US-Unternehmen ihre Mitarbeiter weiterhin erheblich weniger fliegen, um Kosten zu sparen. Aber gerade die Geschäftsreisenden waren und sind für die großen US-Airlines die Hauptgewinnträger.

Die US-Unternehmen sind in vielen Fällen nicht mehr bereit, die hohen Flugpreise für Tickets zu bezahlen und buchen ihre Beschäftigten entweder in Economy-Class oder bei Billig-Airlines. Die Flugreisenden sind über den aus Kostengründen ständig sinkenden Service erzürnt. Sie müssen oft lange Verzögerungen an den Flughäfen durch die strikten Sicherheitsvorkehrungen in Kauf nehmen, und werden für die Sonderkosten zur Kasse gebeten. Auch sie wechseln zunehmend zu den Billigfluglinien über.

United und Delta wollen auf diesen grundlegenden Wandel selbst mit neuen Billigfluglinien reagieren, um mit den fast nur mit Direktflügen operierenden Konkurrenten mithalten zu können. Im Gegensatz zu den meist tief in den roten Zahlen steckenden traditionellen US-Fluggesellschaften verdienen Billigflieger wie Southwest und JetBlue mit ihren erheblich niedrigeren Personalkosten, neueren Flugzeugen und flexibleren Arbeitskräften viel Geld.

Die United Airlines, die zweitgrößte Fluggesellschaft der Welt, will unter Aufsicht eines Konkursrichters weiter fliegen und sich sanieren. Sie folgte der US Airways, die im August Gläubigerschutz in einem Konkursgericht suchen musste. Jetzt verlangt selbst der Branchenführer American Airlines Gehaltseinfrierungen. American-Chef Donald J. Carty verlangt weitere Tarifkonzessionen von vier Milliarden Dollar von den Mitarbeitern. Die United drängt ihre verängstigten Piloten, Flugbegleiter und das Bodenpersonal sogar auf jährliche Zugeständnisse von 2,4 Milliarden Dollar. Bei der US Airways wird ohne zusätzlich Tarifkonzessionen mit der Liquidation des Unternehmens gedroht.

Washington hatte den Airlines nach den Terroranschlägen Finanzhilfen von fünf Milliarden Dollar gewährt und staatliche Kreditgarantien von insgesamt zehn Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Die United konnte sich aber wegen unzureichender Gehaltszugeständnisse nicht für eine staatliche Kreditgarantie von 1,8 Milliarden Dollar qualifizieren und landete beim Konkursrichter.

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