2003 weitere Verbesserung gesehen
Ciba steigert Gewinn

Der Schweizer Spezialchemiekonzern Ciba hat den Gewinn 2002 um sechs Prozent auf 406 Millionen Franken gesteigert. Der Umsatz fiel um vier Prozent auf 7,085 Milliarden Franken, gab Ciba am Dienstag bekannt. In Lokalwährungen resultierte allerdings ein Verkaufsplus von drei Prozent. 2003 rechnet der Ciba im Falle einer Konjunkturerholung mit einer weiteren Ergebnisverbesserung.

Reuters BASEL. Ciba will drei Franken je Aktie in Form einer weiteren Nennwertreduktion ausschütten. Der Nominalwert je Aktie wird dann noch sechs Franken betragen. Ciba-Finanzchef Michael Jacobi schloss im Gespräch mit Reuters auch im nächsten Jahr eine Ausschüttung in dieser Form nicht aus.

Jacobi sagte weiter, angesichts der Möglichkeit eines Krieges im Irak sei die Visibilität für das laufende Jahr ausserordentlich gering. Unter der Voraussetzung einer Erholung der Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte sowie in etwa gleich bleibenden Wechselkursrelationen rechnet Ciba auch dank weiteren Kostensenkungen erneut mit einer Resultatverbesserung; der Umsatz in Lokalwährungen, die Ebitda-Marge und der Reingewinn sollen über den Werten von 2002 zu liegen kommen.

Der Konzern strebe zudem einen freien Cash-flow von über 600 Millionen Franken an, nach 683 Millionen Franken im vergangenen Jahr. Ciba bestätigte auch die mittelfristigen Ziele. Ein Krieg im Irak würde das Umfeld der Ciba auf drei Weisen beeinflussen, erklärte Konzernchef Armin Meyer bei der Bilanzmedienkonferenz. Der Erdölpreis könnte steigen, es könnte zu Verschiebungen auf dem Devisenmarkt kommen und eine längere Intervention könnte die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen.

"Erdölpreis spielt nur sekundäre Rolle"

Ein steigender Erdölpreis spiele ausser im Water Treatment-Geschäft nur eine sekundäre Rolle, führte Meyer aus. Grössere Bewegungen im Devisenmarkt dagegen könnten nur teilweise kompensiert werden. Und falls die Weltkonjunktur in eine Rezession fallen würde, sei Ciba darauf gut vorbereitet. "Wir haben eine schlanke Kostenbasis und die Restrukturierung abgeschlossen. Wir sind in der bestmöglichen Lage, auch für einen grossen Einschlag," sagte Finanzchef Jacobi.

Ciba erfüllte mit diesem Ausweis im Grossen und Ganzen die Erwartungen der Analysten. Positiv gewertet wurde die Nennwertrückzahlung, die gemäss einem Kommentar gerechnet auf den aktuellen Börsenkurs eine Dividendenrendite von 3,6 Prozent darstellt. Die Zürcher Kantonalbank, die von einem Ergebnis "von gewohnter Qualität" sprach, verwies auf den guten freien Cash-flow. Ein Analyst einer anderen Bank sagte: "Operativ ist Ciba sehr stark. Sie machten ihre Hausaufgaben vor dem Abschwung. Es ist eine Cash Cow."

Aktien legen zu

Die Ciba-Aktien gewannen an der Börse bis gegen 14.50 Uhr 2,6 Prozent auf 86,55 Franken. Der Gesamtmarkt lag 2,1 Prozent im Minus und der DJ StoxxChemical-Index tendierte 1,6 Prozent tiefer. Cibas Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda ermässigte sich 2002 um fünf Prozent auf 1,173 Milliarden Franken. In Lokalwährungen stieg die Kennzahl hingegen um zehn Prozent. Die Ebitda-Marge betrug stabile 16,6 (Vorjahr 16,7) Prozent. Die Nettoverschuldung wurde den Angaben zufolge um 888 Millionen Franken auf unter 1,5 Milliarden Franken reduziert. Auch nach den 2003 anstehenden Anleiherückzahlung von rund 950 Millionen Franken verfüge Ciba über eine gesunde Bilanz.

Mit dem Resultat sei man zufrieden, das ausgewiesene Wachstum hingegen sei noch nicht genug, sagte Konzernchef Meyer. "Wir haben die Hausaufgaben gemacht, jetzt geht es darum, Wachstum zu ermöglichen," so Meyer. Ciba habe nun ein Programm ("Managing for Growth") gestartet, um das Ziel einer Umsatzsteigerung über dem Marktwachstum zu erreichen.

Zusätzlich fasse der Konzern 2003 einige Akquisitionen ins Auge. "Wir haben etwa eine Milliarde Franken oder mehr zur Verfügung," führte Meyer aus. Er wollte jedoch keine Übernahmemöglichkeiten nennen und bekräftigte die sehr strengen Übernahmekriterien von Ciba.

Fokus auf Wachstum

Durch den Fokus auf Wachstum will Ciba auch die mittelfristigen Ziele erreichen. Der Konzern will von 2002 bis 2005 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von sechs Prozent pro Jahr sowie im Jahr 2005 eine Ebitda-Marge von 20 Prozent erreichen. Der freie Cash-flow soll dann über eine Milliarde Franken betragen.

Der Bereich Textile Effects habe 2002 unter rezessionären Tendenzen in der Textilindustrie gelitten. Dagegen sei es bei den Plastic Additives und bei den Coating Effects zu einer Erholung gekommen, so Finanzchef Jacobi. Geographisch habe sich Asien als grösster Wachstumsmarkt ausgezeichnet. China sei nun hinter den USA und Deutschland der drittgrösste Absatzmarkt von Ciba.

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