2003 wieder Gewinn angepeilt
Rentenanstalt verzeichnet Rekordverlust

Beim grössten Schweizer Lebensversicherer Rentenanstalt/Swiss Life soll nach einem turbulenten Jahr wieder Normalität einkehren. Nach einem durch hohe Sonderkosten entstandenen Rekordverlust von 1,694 Mrd. Franken für 2002 rechnet die Gesellschaft unter der Voraussetzung eines stabilen Marktumfeldes in diesem Jahr wieder mit einem Gewinn.

Reuters ZÜRICH. Swiss Life hält laut Konzernchef Dörig an den mittelfristigen Ertragszielen fest. Dazu gehört etwa eine Eigenkapitalrendite (ROE) von zehn Prozent. Er bekräftigte damit Äusserungen von Anfang März. Damals hatte die Gesellschaft auch schon die ersten Eckdaten für 2002 vorgelegt. In 2001 hatte die Rentenanstalt einen Verlust von 115 Mill. Franken verzeichnet.

Die Analysten von Zürcher Kantonalbank und Bank Leu sprachen von einem Abschluss ohne Überraschungen. Die Börse reagierte kaum auf die Veröffentlichung. Die Swiss Life-Titel notierten nach rund einer Handelsstunde um 0,5 % höher bei 64,50 Franken. Der Gesamtmarkt lag 0,7 % im Minus und der DJ StoxxInsurance-Index verlor 1,4 %. Die Rentenanstalt-Aktie verlor in diesem Jahr rund 40 % an Wert nach über 80 % Minus 2002. Auf die Ausschüttung einer Dividende für 2002 will die Swiss Life verzichten.

Belastet wurde das Ergebnis, wie bereits bekannt, durch realisierte Verluste aufgrund des forcierten Aktienverkaufs zum Schutz des Eigenkapitals, Verluste im Schweizer Geschäft und ausserordentliche Abschreibungen in Höhe von 832 Mill. Franken auf die Banca del Gottardo und die Treuhandgesellschaft STG.

CEO Dörig betonte in einer Telefonkonferenz, er sehe bei der Gotthardbank und der STG keinen weiteren Abschreibungsbedarf. Die Banca del Gottardo ist nun noch mit 1,4 Mrd. Franken bewertet.

Die Nettoprämien und Policengebühren beliefen sich 2002 auf 15,265 (Vorjahr 15,129) Mrd. Franken. Swiss Life realisierte 212 Mill. Franken operative Kosteneinsparungen von den bis 2004 angestrebten 515 Mill. Franken.

Rentenanstalt verfügt den Angaben zufolge mit einem Eigenkapital von 4,170 (4,982) Mrd. Franken beziehungsweise einer Eigenkapitalbasis von 7,540 (7,744) Mrd. Franken per Jahresende über genügend Finanzkraft zur Umsetzung der strategische Neuausrichtung. "Spekulationen über eine weitere Kapitalerhöhung sind völlig fehl am Platz," sagte Dörig.

Die Neuausrichtung verlaufe planmässig, hiess es. Die für dieses Jahr geplanten Veräusserungen des britischen und spanischen Geschäfts sowie allenfalls der STG seien angesichts des schwierigen Marktumfelds auf gutem Weg. Die alten, aus der Zeit vor der Umwandlung der Stammhaus- in eine Holdingstruktur stammenden, Rentenanstalt-Titel sollen im Herbst dekotiert werden.

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