2003 wieder Gewinne angepeilt: Ergo sieht sich auf gutem Weg

2003 wieder Gewinne angepeilt
Ergo sieht sich auf gutem Weg

Der im vergangenen Jahr wegen Wertberichtigungen auf Aktienbestände einen Milliarden-Verlust ausweisende zweitgrößte deutsche Erstversicherer Ergo will dieses Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben.

Reuters DÜSSELDORF. "Alles in allem erwarten wir für 2003 wieder ein positives Ergebnis", hieß es in dem am Dienstag in Düsseldorf vorgelegten Geschäftsbericht der Ergo. Vorstandschef Lothar Meyer wollte sich bei der Bilanzpressekonferenz aber wegen der nach wie vor hohen Unsicherheiten auf kein detailliertes Ziel festlegen. Die zur Münchener Rück gehörende Ergo sei aber gut ins neue Jahr gestartet: Das Leben-Neugeschäft habe um 45 % zugelegt, bei Schaden- und Unfallversicherungen sei ein Zuwachs von 15 % verzeichnet worden.

Die schwachen Aktienmärkte machen Ergo aber auch im neuen Jahr zu schaffen: Im ersten Quartal würden voraussichtlich Abschreibungen im dreistelligen Millionenbereich hingenommen werden müssen. Langfristig wolle Ergo seine Aktienquote, die zum Jahresende bei den Kapitalanlagen der Ergo bei 13 % nach 22,7 % 2001 gelegen hatte und 2003 in den einstelligen Bereich sank, aber wieder aufstocken. "Wenn der Markt wieder anspringt, stocken wir auf", kündigte Meyer an.

Operativ befinde sich die Gruppe aber auf gutem Wege, teilte der Versicherer mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr weiter mit. Ergo wolle die gesamten Beitragseinnahmen um sieben Prozent steigern. Alle Segmente sollten zum Wachstum beitragen. Zudem sollten bis 2005 zusätzlich Kosten von insgesamt 300 Mill. ? eingespart werden. Ab 2005 wolle Ergo die Kosten dann jährlich um 300 Mill. ? senken.

Im vergangenen Jahr hatte Ergo gemäß der US-Rechnungslegung IAS nach Wertberichtigungen auf den Aktienbestand von 3,8 Mrd. ? einen Jahresfehlbetrag von 1,1 Mrd. ? ausgewiesen. Die Dividende je Aktie für 2002 soll auf 0,90 (1,30) Euro gekürzt werden. "Es gab wirklich einen Jahrhundertverlust am Aktienmarkt", sagte Meyer. Er hoffe, dass es sich um den ersten und letzten Jahresverlust handeln werde. Die Eigenkapitalbasis der Ergo schrumpfte auf 4,2 (6,0) Mrd. ?.

Mit dem operativen Geschäft im vergangenen Jahr sei Ergo aber sehr zufrieden. Die Beitragseinnahmen seien insgesamt um 7,6 % auf 15,2 (14,1) Mrd. ? gestiegen.

Der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vorgeschriebene Stresstest habe nur der zum Ergo-Konzern gehörenden Victoria Lebensversicherung Probleme bereitet, betonte Meyer. Keine der Ergo-Gesellschaften benötige eine Kapitalunterstützung. Mit dem Test wird geprüft, ob Lebensversicherer ihre Verbindlichkeiten auch dann noch bedienen können, wenn die Kapitalmärkte erneut deutlich einbrechen. Das BaFin tritt bei negativen Testergebnissen nach Angaben eines Sprechers mit dem betreffenden Versicherer in Gespräche ein, um Lösungswege auszuloten.

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