2003 wieder schwarze Zahlen
MAN Nutzfahrzeuge kommen langsam aus der Sackgasse

Das Geschäft mit Lastkraftwagen und Bussen der MAN Nutzfahrzeuge AG kommt langsam wieder ins Rollen. "Die konjunkturelle Wende erwarten wir für das zweite Halbjahr", sagte MAN Nutzfahrzeuge-Chef Hakan Samuelsson gestern in München.

jojo MÜNCHEN. Im gesamten Jahr will die Tochter der Münchener MAN AG ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. 2001 war die Nummer drei auf dem europäischen Lkw-Markt mit einem Minus von 49 Mill. Euro tief in die roten Zahlen gerutscht.

MAN leidet wie die gesamte Branche unter starker Kaufzurückhaltung. Samuelsson erwartet, dass der Markt für Lkw in diesem Jahr um 10 bis 12 % schrumpft. Im Herbst sei mit einer Belebung zu rechnen, doch sei "es noch zu früh zu sagen, ob dies wirklich so kommt". Ähnlich verhalten äußerte sich jüngst auch Volvo-Chef Leif Johansson, der in Europa mit 10 % weniger Verkäufen als im Vorjahr rechnet. Analysten rechnen teilweise sogar mit einem Einbruch von einem Viertel.

Zusammen mit Daimler-Chrysler gibt Volvo den Ton an auf dem Lkw-Markt. MAN gehört mit Herstellern wie Scania und Iveco zur zweiten Garde. Analysten erwarten deshalb seit langem, dass sich die Bayern nach einem Partner umschauen. "Wir suchen nicht aktiv", betonte Samuelsson dagegen gestern. Der Manager will stattdessen weitere Kooperationen eingehen, wie es sie mit Daimler-Chrysler im Bereich Bauteile schon gibt.

Vor einer Woche hat sich Wettbewerber Scania mit der Toyota-Tochter Hino in einer strategischen Allianz für die Motorenentwicklung und den Vertrieb verbündet.

In den vergangenen Jahren war immer wieder über eine Übernahme von MAN Nutzfahrzeuge durch einen der großen Hersteller spekuliert worden. Der MAN-Konzern, der rund 40 % seiner Umsätze mit den Nutzfahrzeugen macht, will die Führung an dem Unternehmen aber nicht abgeben. Bei MAN Nutz flossen vergangenes Jahr 6,7 Mrd. Euro in die Kassen.

Die Münchener kämpfen derzeit aber nicht nur mit der schwachen Konjunktur. Die Busproduktion - darunter die neuerworbene Marke Neoplan - ist nach wie vor viel zu teuer und deshalb in den roten Zahlen. Die durch Bilanzfälschungen geschädigte britische Tochter ERF belastete den Gewinn 2001 mit 93 Mill. Euro. Im laufenden Jahr sollen nochmals 30 Mill. Euro Verlust auflaufen. Darüber hinaus kostet auch die parallele Produktion von alten und neuen Lkw-Baureihen zusätzliches Geld. Das laufende Jahr sei schwach angelaufen, berichtete Samuelsson.

Im kommenden Jahr 2003 werde das Unternehmen aber wieder schwarze Zahlen schreiben, versprach der Manager. Ob seine Firma allerdings die angepeilte Umsatzrendite von 5 % vor Steuern erreichen wird, ließ er offen

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