2003 wird Rekordniveau erreicht
Schwarzarbeit boomt

In Deutschland tauchen immer mehr Menschen in illegale Jobs ab. Nach einer aktuellen Untersuchung des Schwarzarbeit-Experten Prof. Friedrich Schneider wird die Schattenwirtschaft im kommenden Jahr um sieben Prozent auf ein Rekordniveau von 380 Milliarden Euro steigen und das erwartete Wirtschaftswachstum um mehr als das Vierfache übersteigen.

HB/dpa BERLIN. "Damit ist die Schattenwirtschaft der mit Abstand boomendste Wirtschaftszweig in Deutschland", sagte Schneider am Mittwoch in Berlin.

Während die offizielle Wirtschaft in die Krise schlittere, blühe die Schwarzarbeit, hieß es. Eine Trendwende sei angesichts der geplanten weiteren Abgabenbelastungen und der Streichung von Vergünstigungen nicht in Sicht. Inzwischen mache Schattenwirtschaft 16,5 Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes aus. Damit bewege sich Deutschland im Mittelfeld der OECD. Es könne davon ausgegangen werden, dass in Deutschland weit mehr als neun Millionen Beschäftigte zumindest teilweise in der Schattenwirtschaft tätig sind.

"Wenn eine Parallelwirtschaft etwa 16,5 Prozent der Wirtschaftsleistung eines Landes ausmacht, dann sind das keine Peanuts mehr", sagte Schneider. Als Gründe für die boomende Schwarzarbeit nannte er neben der steigenden Abgabenlast und staatslicher Regulierung strukturelle Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sowie einen "dramatischen Wertewandel bei Steuerzahlern und Wählern". Mehr als zwei Drittel der Deutschen betrachteten Schwarzarbeit als Kavaliersdelikt. Viele verdienten sich das Zusatzgeld illegal neben ihrem offiziellen Job.

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