20 % der Unfälle wegen Übermüdung
EU-Verkehrsminister beraten über Lkw-Arbeitszeiten

48 Stunden soll die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von LKW-Fahrern nur noch betragen. Die Gewerkschaften dringen darauf, auch Selbstständige in die Regelung einzubinden.

Reuters LUXEMBURG. Unter den Protesten aufgebrachter Lkw-Fahrer haben die Verkehrsminister der Europäischen Union (EU) am Montag in Luxemburg ihre Beratungen über einheitliche Arbeitszeitregelungen für Kraftfahrer in der EU begonnen. Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt sagte zu Beginn des Treffens, die Wettbewerbsbedingungen im Transportgewerbe in der EU müssten angeglichen werden. Hunderte von Lastwagen hatten bis in den Morgen hinein die Grenzen Luxemburgs blockiert. Anders als in den vorangegangenen Wochen richtet sich der Protest aber nicht gegen hohe Treibstoffpreise, sondern gegen unterschiedliche Arbeitszeitregelungen für angestellte und selbstständige Lastwagenfahrer in der EU.

Eine Sprecherin der Europäischen Transportarbeiter- Vereinigung (ETF) sagte, Übermüdung aufgrund zu langer Arbeitszeiten sei die Ursache für rund 20 % aller Lkw- Unfälle. 1999 habe das Risiko eines Arbeitsunfalls im Straßenverkehr sechsfach über dem Durchschnitt der gesamten Wirtschaft gelegen. Regelungen, die bis zu 78 Stunden Arbeitszeit in der Woche zuließen, müssten revidiert werden.

Umstritten ist unter den Ministern jedoch, ob nur angestellte oder auch selbstständige Lkw-Fahrer künftig auf eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 48 Stunden verpflichtet werden sollen. In EU-Kreisen hieß es, Deutschland wolle zunächst nur eine Festlegung der Arbeitszeiten von Angestellten, da eine Regelung für Selbstständige nur mit großen bürokratischem Aufwand zu kontrollieren sei. Daher solle später eine Regelung für die Selbstständigen gefunden werden. Frankreich dränge dagegen darauf, auch Selbstständige einzubinden, hieß es weiter. Voraussichtlich werde es keine abschließende Entscheidung bei dem Treffen in Luxemburg geben, hieß es.

Die Gewerkschaften dringen darauf, auch Selbstständige einzubinden. Sonst würden mehr Lkw-Lenker in die Schein- Selbstständigkeit gezwungen, um Arbeitszeitbestimmungen zu umgehen, teilte die ETF mit.

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