21 Tote auf den Philippinen
Abu Sayyaf bekennt sich zu Bombenanschlag

Einen Tag nach dem schweren Bombenanschlag vor dem Flughafen der philippinischen Stadt Davao mit 21 Toten hat sich die militante Muslimgruppe Abu Sayyaf zu der Tat bekannt. In einem Telefoninterview sagte ein Sprecher der Gruppe am Mittwoch, Ziel des Anschlags sei Sabotage gewesen.

HB/dpa MANILA. Man habe keine Zivilisten treffen wollen. Unter den Toten ist auch ein amerikanischer Missionar. Mehr als 140 Menschen waren bei dem Attentat verletzt worden.

Abu-Sayyaf-Kommandant Hamsiraji Sali entschuldigte sich bei den Familien der Opfer. Seiner Gruppe tue es leid, was geschehen sei, sagte er. Die Bombe sei am falschen Platz deponiert worden. Abu Sayyaf hatte bereits vor mehreren Tagen angekündigt, auf der südlichen Insel Mindanao für "Ärger" sorgen zu wollen. Kurz nach dem Anschlag vor dem Flughafen war in der benachbarten Stadt Tagum ein zweiter Sprangsatz explodiert, der einen Menschen tötete.

In und um Davao wurden die Sicherheitskräfte nach dem Anschlag in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Im Stadtgebiet wurden zusätzliche Polizisten und Soldaten postiert. Die Abu Sayyaf ist wegen zahlreicher Morde und Entführungen im Süden des Landes berüchtigt. Vor drei Jahren sorgte sie weltweit für Schlagzeilen, als die Organisation eine Gruppe von westlichen Touristen für mehrere Monate verschleppte, darunter drei Mitglieder der Göttinger Familie Wallert.

Der US-Missionar, der bei dem Anschlag ums Leben kam, war gerade in Davao eingetroffen. Daneben wurde eine Amerikanerin und ihre beiden kleinen Kinder verletzt. US-Präsident George W. Bush verurteilte das Attentat scharf und sagte den philippinischen Behörden Hilfe bei der Aufklärung zu.

Die Fahnder vermuten, dass der Sprengstoff TNT für die Flughafen- Bombe verwendet wurde, die in einem Rucksack versteckt war. "Nach Angaben von Überlebenden gab es schwarzen Rauch und eine gelbliche Stichflamme, wie es nur von TNT bekannt ist", sagte Polizeichef Edgardo Aglipay. Es müssten aber noch Labortests abgewartet werden.

Bereits vor eineinhalb Wochen war bei einem Bombenanschlag vor dem Flughafen der südphilippinischen Stadt Datu Odin Sinsuat ein Mensch getötet worden. Fünf Stunden zuvor war eine Bombe auf einem Markt in dem Ort Kabacan detoniert und hatte vermutlich den Attentäter selbst getötet. Die Behörden hatten die Moro-Islamische Befreiungsfront für den Anschlag verantwortlich gemacht, was diese jedoch zurückwies.

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