22 Mrd. Euro Schulden
Massenentlassungen bei KPN

Der verschuldete niederländische Telekomkonzern KPN plant die größte Massenentlassung in den Niederlanden seit dem Zusammenbruch des Flugzeugbauers Fokker vor fünf Jahren.

dpa-afx DEN HAAG. Am Donnerstag kündigte KPN die kurzfristige Entlassung von 4 800 Mitarbeitern an. Die Verträge mit weiteren 2 000 Arbeitnehmern, die nur auf Zeit für KPN arbeiteten, seien bereits im Juni beendet worden. Fokker hatte 1996 insgesamt 5 660 Arbeitnehmer entlassen.

Mit den Entlassungen will KPN vom Jahr 2003 an jährlich 700 Mill. Euro einsparen. Das Unternehmen hat 22 Mrd. Euro (43 Mrd DM) Schulden. Die Gewerkschaften wollen über einen Sozialplan erst mit der Konzernleitung sprechen, wenn deutlich gemacht worden sei, dass kein Ausweg an Entlassungen vorbei führe.

Entlassungen Teil des Plans zum Abbau von 8 000 Stellen

Nach KPN-Angaben gehören die jetzt angekündigten Entlassungen zu dem im Oktober vergangenen Jahres angekündigten Plan, 8 000 der insgesamt 35 000 Arbeitsplätze zu streichen. Hoffnungen, für die meisten Mitarbeiter neue Stellen innerhalb des Konzerns zu finden, hätten sich nicht erfüllt. An der Aktienbörse in Amsterdam kletterte der Kurs der KPN-Aktie bis gegen 15.45 Uhr 0,68 Prozent auf 4,42 Euro, zwischenzeitlich war sie bis auf 4,94 Euro geklettert. Der aus der staatlichen niederländischen Postverwaltung hervor gegangene Betrieb, an dem der Staat noch einen Anteil von etwa 34,7 Prozent hält, hat sich seit Ende 1999 stark verschuldet. Dazu trugen vor allem der Kauf des deutschen Mobiltelefon-Unternehmens E-plus sowie der Erwerb teurer UMTS-Lizenzen in Deutschland und Großbritannien bei.

Fusionsgespräche mit den europäischen Mitbewerbern Telefonica (Spanien) und Belgacom (Belgien) sind in den vergangenen eineinhalb Jahren erfolglos geblieben. Am 10. September hatte der Konzern den Rücktritt von Paul Smits als Konzernchef angekündigt. Zum 1. November wird Smits von Ad Scheepbouwer - bisher Leiter des Briefpost-Unternehmens TPG - abgelöst. Smits bleibt im KPN-Vorstand für mobile Kommunikation verantwortlich.

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