225 000 Haushalte betroffen
Strom in Kalifornien erneut abgeschaltet

Erstmals seit März ist im US-Staat Kalifornien am Montag wieder zeitweilig der Strom abgestellt worden. Begründet wurde die Maßnahme mit hohen Temperaturen und knappen Energievorräten. Wissenschaftler übten unterdessen Kritik an der Energiepolitik der US-Regierung.

afp SAN FRANCISCO. Wegen der Energiekrise sind in Kalifornien in Zehntausenden Haushalten erneut die Lichter ausgegangen. Die Behörde ISO, die das staatliche Stromnetz kontrolliert, machte vor allem die hohen Temperaturen für die Probleme am Montagabend (Ortszeit) verantwortlich. Viele Menschen in Kalifornien schalteten als Erstes die Klimaanlage an, wenn sie nach Hause kämen, beklagte ein ISO-Sprecher. Dies führe zu einem rasant ansteigenden Strombedarf. Ein Zusammenschluss von US-Wissenschaftlern kritisierte am Montag die Energiepolitik von US-Präsident George W. Bush. Er vernachlässige die Entwicklung erneuerbarer Energien.

Der Energieversorger Pacific Gas & Electric (PG and E ) teilte mit, der Strom sei an manchen Orten für rund eine Stunde abgestellt worden. Betroffen waren diesen Angaben zufolge anfänglich 54 000 Haushalte, diese Zahl habe aber schnell auf 225 000 ausgedehnt werden müssen. Zu den Versorgungsproblemen kam es, nachdem zwei der größten Stromanbieter des Bundesstaates, PG and E und Southern California Edison, wegen der Liberalisierung des Strommarktes und der höheren Preise an den Rand des Bankrotts geraten waren. PG and E hatte Anfang April Konkurs angemeldet. Die Stromversorger dürfen die steigenden Kosten nicht an die Verbraucher weitergeben.

Vier Kraftwerke zurzeit außer Betrieb

Derzeit sind ISO zufolge in Kalifornien vier Kraftwerke wegen Reparaturarbeiten außer Betrieb. Dies verschärfe die aktuelle Krise noch. Der ISO-Sprecher forderte die Bevölkerung deshalb erneut zum Stromsparen auf. "Wir wollen die Gesundheit der Leute nicht gefährden", sagte er, "aber wenn sie darauf verzichten könnten, die Klimaanlage einzuschalten, würde das wirklich helfen". Er rechnete für Dienstag mit weiteren Versorgungs-Engpässen, da sich die Temperaturen noch erhöhen sollten. Kalifornien ist mit 34 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat der USA.

Wissenschaftler kritisieren Bushs Energiepolitik

Eine US-Umweltorganisation kritischer Wissenschaftler warf Bush und seinem Vize-Präsidenten Richard Cheney vor, den hohen Ölpreis und die Energiekrise in Kalifornien zum Vorwand für die Genehmigung neuer Probebohrungen in Naturschutzgebieten zu nehmen. Dafür würden umweltfreundliche, sichere Energien vernachlässigt. In seinem Haushaltsentwurf habe Bush die Ausgaben für Forschungsprogramme für alternative Energie fast halbiert, betonte ein Sprecher. Cheney hatte vergangene Woche mitgeteilt, die Regierung fasse energiepolitisch alle Optionen ins Auge - darunter auch die Wiederbelebung der Atomenergie.

ap SACRAMENTO. Erstmals seit März ist im US-Staat Kalifornien am Montag wieder zeitweilig der Strom abgestellt worden. Zwischen 17.00 und 18.00 Uhr wurde etwa 225 000 Haushalten die Elektrizitätsversorgung abgeschaltet, wie ein Sprecher des Leitungsnetzbetreibers Independent System Operator (ISO) mitteilte. Begründet wurde die Maßnahme mit hohen Temperaturen und knappen Energievorräten.

Vor der Abschaltung hatte die ISO die Verbraucher wegen des warmen Wetters zum Energiesparen aufgefordert. Der Energieengpass wurde dadurch verschärft, dass mehrere Kraftwerke wegen Wartungsarbeiten oder Reparaturen geschlossen waren, darunter vier Atomkraftwerke. In diesem Jahr war bereits im Januar und März jeweils zwei Mal der Strom abgeschaltet worden.

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