23 Anschläge mit 15 Toten
Blutspur der Heckenschützen durch die USA

Die Heckenschützen, die wochenlang den Großraum Washington terrorisierten, werden mit immer mehr Morden in den gesamten USA in Verbindung gebracht. Am Freitag ermittelte die Polizei bereits in 23 Fällen, bei denen 15 Menschen starben.

HB/dpa WASHINGTON. Unterdessen entschied das Justizministerium, dass die beiden Angeklagten im Bundesstaat Virginia vor Gericht gestellt werden. Dort droht auch dem 17-jährigen John Lee Malvo die Todesstrafe. Am Donnerstag hatte die Polizei bekannt gegeben, dass die beiden Männer mit einem weiteren Mord im Bundesstaat Georgia in Verbindung gebracht wurden. In der Hauptstadt Atlanta war am 21. September in einem Spirituosengeschäft ein Mann ermordet worden. Ballistische Vergleiche hätten nun ergeben, dass die Tatwaffe mit jener Waffe identisch sei, die in der Nähe eines Mordschauplatzes in Alabama gefunden wurde. Ein Polizeibeamter hatte dort nach dem Raubüberfall auf einen Laden, bei dem eine Verkäuferin erschossen wurde, die mutmaßlichen Heckenschützen erkannt. Der Raubüberfall ereignete sich nur 19 Stunden nach dem Mord in Georgia.

Den beiden Angeklagten werden damit neben den zehn Morden im Großraum Washington fünf weitere Morde vorgeworfen. So sollen sie im September eine Frau in Baton Rouge im Bundesstaat Louisiana ermordet haben. Auch in Tucson im Bundesstaat Arizona und im Bundesstaat Washington an der US-Westküste ermittelt die Polizei. Dort hatten die beiden Angeklagten längere Zeit gelebt, bevor sie sich auf ihre Reise quer durch USA nach Washington machten. Nach Medienberichten vom Freitag führten sie dabei ein Tagebuch auf einem gestohlenen Notebook-Computer. Daraus geht hervor, dass sie an vielen der Orte waren, wo nun Mordfälle neu aufgerollt werden.

Das Justizministerium beendete unterdessen den Streit zwischen den Bundesstaaten um das Recht des ersten Verfahrens. Wie Justizminister John Ashcroft am Donnerstag mitteilte, wird der 17-jährige John Lee Malvo zuerst im Bezirk Fairfax im Bundesstaat Virginia angeklagt. Dort können auch Jugendliche hingerichtet werden. Der 41-jährige mutmaßliche Haupttäter John Allen Muhammad wird ebenfalls zunächst in Virginia - allerdings im Bezirk Prince William - vor Gericht gestellt.

Es war damit gerechnet worden, dass Ashcroft Virginia bevorzugen würde, weil er ein entschiedener Befürworter der Todesstrafe ist. "Wir glauben, dass die ausgewählten Rechtsbezirke die besten Gesetze, die beste Beweislage und die besten Strafen besitzen", erklärte Ashcroft. In Fällen von "brutalen, sinnlosen Morden" sei es "zwingend", dass die schwerst möglichen Strafen verfügbar seien.

Beide Verdächtige wurden noch am Donnerstag aus einem Bundesgefängnis in eine Hochsicherheits-Haftanstalt in Virginia verlegt. Dort ist auch schon der als Terrorist angeklagte Franko- Marokkaner Zacarias Moussaoui inhaftiert.

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