23-Jähriger starb an Hirnhautentzündung
Staatsanwaltschaft prüft Strafanzeige gegen Scharping

ap HAMBURG. Im Zusammenhang mit dem Tod eines im Kosovo stationierten Bundeswehrsoldaten prüft die Bonner Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige gegen Verteidigungsminister Rudolf Scharping. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" starb der 23-Jährige aus Brandenburg im Januar vergangenen Jahres an den Folgen einer Hirnhautentzündung, die er sich während seines Kosovoeinsatzes zugezogen hatte. Ein förmliches Ermittlungsverfahren gegen den SPD-Politiker ist wegen dessen parlamentarischer Immunität derzeit nicht möglich.

Der Berliner Rechtsanwalt Klaus Lübke, der die Anzeige im Auftrag der Eltern stellte, erklärte, schon seit Mitte der 90er Jahre sei bekannt, dass der Kosovo "meningitisverseucht" sei. Scharping habe es versäumt, notwendige Schutzmaßnahmen anzuordnen. So sei den Soldaten keine Impfung empfohlen worden. Weitere Ermittlungen richten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegen den Bundeswehrinspekteur für das Sanitätswesen, Generaloberstaatsarzt Karl Demmer.

Der Bundeswehrverband übte wegen dieses Vorfalls und wegen der jüngst bekannt gewordenen möglichen Gesundheitsgefährdung durch uranhaltige Munition massive Kritik am Verteidigungsministerium. Erste Berichte deutscher Soldaten, die im Kosovo stationiert waren, deuteten auf schwerwiegende Versäumnisse seitens des Ministeriums und der Bundeswehr hin, sagte ein Sprecher.

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