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23 Krankenkassen planen Beitragssenkung

Trotz der Appelle von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) planen bisher lediglich 23 Krankenkassen, ihre Beiträge zum 1. Januar 2005 zu senken. Mindestens elf Anbieter verlangen im kommenden Jahr sogar mehr.

dpa BERLIN. Trotz der Appelle von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) planen bisher lediglich 23 Krankenkassen, ihre Beiträge zum 1. Januar 2005 zu senken. Mindestens elf Anbieter verlangen im kommenden Jahr sogar mehr.

Das ergab eine Umfrage des Nachrichtenmagazins "Focus" bei 191 von 271 gesetzlichen Kassen. Wie viele Versicherte jeweils betroffen sein werden, blieb ungeklärt. Unter den Beitragssenkern befinden sich neben der Kaufmännische Krankenkasse KKH, die von 14,4 auf 14,2 oder 14,0 Prozent geht, vor allem kleinere Betriebskrankenkassen (BKK). Dass die eingeleiteten Reformen ausreichen, um die Beitragssätze mittelfristig zu senken, glauben laut Umfrage nur acht Prozent der befragten Kassen.

Die Barmer Ersatzkasse will ihre Beiträge erst zur Jahresmitte 2005 senken. Vorstandschef Eckart Fiedler sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", erst dann lasse sich das Jahr 2004 voll und die Tendenzen des kommenden Jahres grob abschätzen. Man dürfe den Versicherten keine "Achterbahnfahrt" bei den Beiträgen zumuten, fügte er hinzu.

Die Jahresmitte biete sich auch an, weil dann der Sonderbeitrag der Versicherten für Zahnersatz und Krankengeld fällig werde, erläuterte Fiedler. Zum 1. Juli 2005 müssen alle gesetzlichen Krankenkassen den allgemeinen Beitragssatz zusätzlich um 0,9 Prozentpunkte senken. Damit soll ausgeglichen werden, dass die Krankenkassenmitglieder den Beitragsanteil für Zahnersatz und Krankengeld in Höhe von 0,9 Prozentpunkten ohne Arbeitgeberanteil allein bezahlen müssen. Für die Versicherten macht das unter dem Strich eine Erhöhung ihres Beitragsanteils um 0,45 Prozentpunkte aus.

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums wies indes am Samstag die Darstellung des "Spiegels" zurück, wonach die Krankenkassen im kommenden Jahr mit steigenden Kosten für Arzneimittel rechnen müssen. Das Nachrichtenmagazin hatte berichtet, der Verband forschender Arzneimittelhersteller gehe von Mehrausgaben bis zu 2,8 Mrd. Euro aus, weil Herstellerrabatt gesenkt und Preise erhöht würden. Das Ministerium verwies dagegen auf Vereinbarungen zur Begrenzung der Medikamentenkosten, etwa durch Festbeträge.

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