24/7 Media und Ad Pepper mit höheren Verlusten im vierten Quartal – Doubleclick baut Stellen ab
Online-Vermarkter tun sich schwer

Die Talfahrt der New Economy beschert den Online-Vermarktern steigende Verluste. Nachdem in den USA 24/7 Media seine Erwartungen in punkto Online-Werbewachstum nach unten korrigierte, gab gestern auch die schwerpunktmäßig in Europa agierende Ad Pepper AG ein eher düsteres Bild der nächsten Monate.

ant/tel FRANKFURT/DÜSSELDOR. Die rückläufigen Ausgaben für Werbung im Internet machen den Online-Vermarktern zu schaffen. "Wir sind enttäuscht vom Ergebnis des 4. Quartals und ebenso davon, dass wir unsere Prognose für 2001 nach untern korrigieren müssen", erklärte Dave Moore, CEO der zu den weltweit führenden Online-Werbevermarktern gehörenden 24/7 Media Inc., als das Unternehmen am Dienstag Abend in den USA die neuesten Zahlen präsentierte. Der Umsatz war im vierten Quartal nur noch um 4,1 % auf 38,6 Mill. $ gestiegen, der Netto-Verlust dagegen hatte sich massiv auf 677 Mill. $ ausgeweitet - nach 12 Mill. $ im Vorjahresquartal. Der ungewöhnlich hohe Verlust ist laut 24/7 Media auf den Einbruch der Börse zurückführen, weswegen das Unternehmen seine im Jahr 2000 getätigten Firmen-Akquisitionen neu bewerten musste. Das schlägt mit 500 Mill. $ zu Buche. Im ersten Quartal dieses Jahres erwartet Moore angesichts des rückläufigen Werbemarktes sogar ein Umsatzminus von 35 bis 40 %. Danach soll es dann wieder aufwärts gehen. New-Economy-Krise und die gedämpften Konjunkturaussichten hatten den Online-Werbemarkt in den USA seit Herbst schrumpfen lassen. Mittlerweile ist aber auch der europäische Markt von der Entwicklung betroffen, wie die gestern vorgelegten Zahlen des am Neuen Markt notierten Werbevermarkters Ad Pepper zeigen. Das Nürnberger Unternehmen, das schwerpunktmäßig in Europa aktiv ist, verbuchte zwar beim Umsatz im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um knapp 340 % auf 15,3 Mill. Euro. Das Plus kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Börsenneuling seine eigene Prognose von Umsatz von 22,8 Mill. Euro deutlich verpasste. Angesichts der hohen Anlaufkosten, die die frühe Internationalisierung mit sich bringt, führten die Umsatzausfälle zu einem Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von mehr als 10 Mill. Euro, nach 2,5 Mill. Euro im Vorjahr. Beim Börsengang im Oktober angekündigt waren lediglich 4,6 Mill. Euro.

"Überlegene Spezies"

Vorstandschef Ulrich Schmidt gibt sich trotz der niederschmetternden Zahlen selbstbewusst: "Wir sind die überlegene Spezie der Branche", tönte er auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Laut einer vom Konkurrenten EMS beim Marktforschungsinstitut Forsa in Auftrag gegebenen Studie über den Bekanntheitsgrad und das Image von Online-Werbevermarktern rangiert Ad Pepper zusammen mit der Hamburger Tomorrow Internet AG auf Platz 5, nach Doubleclick, EMS, Adlink und Real Media. Schmidt räumte ein, dass sich die schlechte Tendenz des vierten Quartals voraussichtlich bis zur Jahresmitte fortsetzen werde. Vom dritten Quartal an halte er es jedoch mit Branchenstudien, die in Europa von einem europäischen Marktwachstum von 10 bis 30 % ausgingen. Wegen der bis dahin anhaltenden Umsatzschwäche verschiebe sich jedoch das Erreichen der Gewinnzone. Konzernweit soll der Break-Even im Jahr 2003 erreicht werden. Der führende US-Vermarkter Doubleclick hat gestern übrigens erneut Stellenstreichungen angekündigt. 10 % der Belegschaft sollen vor allem im Vertrieb abgebaut werden, Ende März will das Unternehmen dann noch 1850 Mitarbeiter beschäftigen. Bereits im Dezember hatte Doubleclick mit Sitz in New York angekündigt, zwischen 8 und 10 % seiner damals 2100-starken Belegschaft abzubauen. Als Grund wird wiederum der sich abschwächende Markt für Online-Werbung angegeben. Zudem wird das Geschäftsfeld Media in den USA gestrafft. Doubleclick hatte bereits im Januar dieses Jahres die Zahlen für das 4. Quartal 2000 vorgelegt. Danach erreichte das Unternehmen bei einen Umsatzwachstum von 41 % auf 132,3 Mill. $. den Break Even und verbuchte 216 000 $ Gewinn.

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