24-Jähriger gesteht
Peggy schon am Tag ihres Verschwindens getötet

Die seit anderthalb Jahren vermisste Peggy Knobloch aus dem oberfränkischen Lichtenberg ist von einem geistig behinderten Nachbarn sexuell missbraucht und getötet worden.

HB HOF/SAALE. Die neunjährige Peggy Knobloch aus dem oberfränkischen Lichtenberg ist einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Bereits am Tag ihres Verschwindens, dem 7. Mai 2001, sei sie von einem 24-jährigen Mann aus der Nachbarschaft in einem Waldstück bei Lichtenberg getötet worden, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Dienstag in Hof mit. Der Beschuldigte, der seit gut einem Jahr in der Psychiatrie sitzt, habe ein Geständnis abgelegt.

Nach Darstellung der Behörden hatte der Mann Peggy vier Tage vor der Tat sexuell missbraucht. Am 7. Mai habe er sie auf dem Schulweg abgepasst und sie gefragt, ob sie ihrer Mutter bereits davon erzählt habe. Sie sei zunächst weggelaufen. Als er sie einholte, habe sie gedroht, ihn anzuzeigen. Aus Angst habe er ihr Mund und Nase zugehalten, bis sie sich nicht mehr rührte. Zu einem weiteren sexuellen Übergriff sei es dabei nicht gekommen.

Bereits im September 2001 habe der Beschuldigte gestanden, die Neunjährige vier Tage vor ihrem Verschwinden sexuell missbraucht zu haben. Sein Alibi für den 7. Mai 2001, als Peggy verschwand, hielten die Behörden dennoch zunächst für lückenlos. Die Familie habe den 24- Jährigen gedeckt. Auf das Konto des Mannes sollen rund 20 Fälle sexuellen Missbrauchs zwischen 1996 und 2001 im Raum Lichtenberg gehen.

Die Leiche des Kindes wurde bis heute nicht gefunden. Der 24- Jährige habe seinen Vater bezichtigt, sie beseitigt zu haben. Der Vater bestreite den Sachverhalt. Der Leitende Oberstaatsanwalt Ernst Tschanett sagte dagegen, es gebe keinen Zweifel, dass die Tat auf diese Weise begangen wurde. Das Geständnis sei von einem Sachverständigen als glaubhaft bewertet worden. Mittlerweile habe es der Beschuldigte allerdings widerrufen. Für den Vater hätte das Beseitigen der Leiche keine strafrechtlichen Konsequenzen, da die Strafvereitelung zu Gunsten des Sohnes begangen worden wäre.

Der 24-Jährige war im August 2001 festgenommen und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Er gestand damals sexuelle Übergriffe auf vier Kinder. Unklar ist die Schuldfähigkeit des Tatverdächtigen. Sollte er schuldfähig sein, dann werde er des Mordes angeklagt, sagte Tschanett.

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