245 Personen vermisst
115 Tote durch Sturm "Lingling" auf den Philippinen

Durch den Taifun "Lingling" sind auf den Philippinen nach offiziellen Angaben bis Donnerstag mindestens 115 Menschen getötet worden. Auch die 234 Vermissten seien vermutlich nicht mehr am Leben, sagte der Leiter des Katastrophenschutzes der südphilippinische Ferieninsel Insel Camiguin, Casiano Matela.

Reuters MANILA. Der Taifun mit Windstärken von bis zu 90 Kilometern pro Stunde hatte am Mittwoch Camiguin erreicht, wo allein 81 Menschen in den Fluten ertranken oder von umstürzenden Bäumen erschlagen wurden. Am Donnerstag fegte der Taifun über die Zentralphilippinen hinweg und wurde am Freitag nach Angaben von Meteorologen auf der Insel Palawan im Westen erwartet. Tausende von Menschen verließen ihre Häuser.

"Als habe ein Monster diesen Ort heimgesucht", beschrieb ein Einwohner der Stadt Mahinog auf Camiguin die Auswirkungen des Sturms. Von 200 Häusern hielten nur zehn dem Sturm stand. Das Dorf ist überflutet von Schutt und Schlamm, aus dem die Rettungsleute immer wieder menschliche Leichname zogen. "Die Zahl der Toten wird vermutlich steigen, da die Rettungskräfte immer mehr Leichen finden", sagte der Bürgermeister der verwüsteten Stadt. Sie müssten sofort begraben werden, um den Ausbruch von Epidemien zu verhindern. Auch Matela äußerte wenig Hoffnung, die Vermissten lebend zu finden. "Sie sind unter drei Metern Schlamm vergraben. Ich glaube, sie sind alle tot."

Auch auf den zentralphilippinischen Inseln Negros und Cebu starben durch "Lingling" mindestens 20 Menschen, darunter elf Bergarbeiter, die unter einem zusammengebrochenen Tunnel begraben wurden. Rettungsleute hatten zuvor versucht, die Arbeiter aus dem durch Erdrutsche verschütteten Tunnel zu befreien. "Wir konnten acht Personen retten", sagte der Leiter der örtlichen Polizei.

Wegen erneuter Regenfälle taten sich die Rettungsleute am Donnerstag schwer, die Suche nach Überlebenden fortzusetzen und Obdachlose mit dem Notwendigsten zu versorgen. Das Wetter lasse Flüge zu den Inseln nicht zu, sagte Armeegeneral Melchor Rosales. "Wir versuchen es morgen wieder."

Wie stark der Taifun die wirtschaftliche Situation des Landes belasten wird, war noch nicht abzusehen. Offizielle Berichte über Ernteeinbußen gab es zunächst nicht.

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