25 bis 100 Prozent
Allianz hebt Prämien für Kleinbetriebe an

Nach einer Preisanhebung für die Großindustrie im vergangenen Jahr will der Finanzkonzern Allianz nun auch die Prämien für Kleinindustrie und Gewerbe anheben.

Reuters MÜNCHEN. "Wir haben in den letzten Jahren in diesem Geschäft sehr viel Geld verloren", sagte Allianz-Vorstand Walter Tesarczyk der "Financial Times Deutschland" (FTD) (Montagausgabe). "Es stellt sich heraus, dass die kleineren Industrieunternehmen und das Gewerbe den Versicherern marktweit 2002 höhere Verluste bringen als die Großindustrie", fügte er hinzu. Die Prämien sollen auch bei nicht durch Schäden belasteten Verträgen auf mindestens 75 % der so genannten Bedarfsprämie angehoben werden, berichtet die FTD. Die Bedarfsprämie ergibt sich aus der durchschnittlichen Schadenbelastung zuzüglich Kosten. Rund zwei Mill. Allianz-Kunden im Firmen- und Gewerbegeschäft müssten laut FTD mit Preiserhöhungen von 25 bis 100 % rechnen.

Der Münchener Versicherer hatte im vergangenen Jahr in erster Linie die Preise für die Großindustrie mit einem Umsatz von über 500 Mill. ? angehoben.

Bestimmte Branchen wolle die Allianz überhaupt nicht mehr versichern. "Gesperrte Risiken unterliegen einem Zeichnungsverbot, sie sind zu kündigen", berichtete die FTD unter Berufung auf einen internen Maßnahmenkatalog. Dazu zählten Geflügelfarmen, Recycling-Anlagen, Schaumstoffhersteller oder Sondermülldeponien. Allerdings weicht der Versicherer den Angaben zufolge den eigentlich verkündeten Ausschluss aller Terrorschäden auf. Risiken mit einer Versicherungssumme bis zu zehn Mill. ? decke die Allianz Terror wie bisher automatisch mit ab. Bei Risiken von zehn bis 25 Mill. ? verlange der Versicherer einen Aufschlag von 0,15 Promille der Versicherungssumme. Kunden mit Risiken über 25 Mill. ? verweise die Allianz an den neuen Spezialversicherer Extremus. Für viele Kunden dürfte es schwer werden, bei einem anderen Versicherer wie Gerling, Axa oder HDI Deckung zu finden, da diese zu ähnlichen Sanierungen gezwungen seien. "Es gibt eine zunehmend breite Tendenz dazu im Markt. Deshalb wird es enger für die Kunden", sagte Tesarczyk. Diese müssten jedoch einsehen, dass sie noch 1995 für den Versicherungsschutz das Doppelte der Preise von 2001 gezahlt haben. "Seitdem haben sie den weichen Markt genutzt, das sei ihnen gegönnt", sagte der Manager.

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