25 Staaten feiern EU-Erweiterung
Ahern würdigt Erweiterung der EU als einmalig

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben in Dublin gemeinsam die Erweiterung der EU um zehn Länder gefeiert. Bei einer Zeremonie wurden die Flaggen der jetzt 25 Mitglieder gehisst.

HB BERLIN. Auf einem Sondergipfel haben die Staats- und Regierungschefs der jetzt 25 Mitgliedsstaaten die Erweiterung der Europäischen Union gewürdigt. Bei einer Zeremonie an der Residenz der irischen Staatspräsidentin Mary McAleese am Samstagnachmittag in Dublin wurden die Fahnen der 15 alten und zehn neuen Länder erstmals offiziell gehisst. Begleitet wurde der feierliche Moment von der Europahymne «Ode an die Freude» von Ludwig van Beethoven.

Der amtierende EU-Ratspräsident und irische Ministerpräsident Bertie Ahern sagte: «Unsere EU ist wahrhaft einmalig». Niemals zuvor sei ein solches «Experiment» gewagt worden. Was die union geschafft habe sei beispielhaft: Nie dürfe vergessen werden, dass Europa aus Krieg Frieden geschaffen habe, aus Hass Achtung, aus Teilung Einigung und aus Diktatur und Unterdrückung lebendige und stabile Demokratien, sagte Ahern.

Der Präsident des EU-Parlaments, Pat Cox, sprach vom «rechtmäßigen Platz im Herzen der Gemeinschaft», den die neuen Mitgliedstaaten mit ihrem Beitritt eingenommen hätten. Cox mahnte dabei dringend eine Einigung auf die geplante EU-Verfassung an, die die EU handlungsfähiger machen werde.

Im Anschluss an die Zeremonie war ein gemeinsames Abendessen der Chefs im Gästehaus der irischen Regierung geplant, bei dem die 25 dann erstmals gleichberechtigt an einem Tisch sitzen würden. Nach dem Essen sollte der Gipfel zu Ende gehen. Die meisten Chefs wollten noch am Abend aus Dublin abreisen. An dem Treffen nahmen auch die Staats- und Regierungschefs der drei verbliebenen Beitrittskandidaten Bulgarien, Rumänien und der Türkei teil.

Die bislang größte Erweiterung der Europäischen Union wurden überdies von Hunderttausenden Menschen in den 25 Mitgliedstaaten gefeiert. Entlang des früheren «Eisernen Vorhangs» und vor allem in den Hauptstädten der neuen Mitglieder fanden Volksfeste, Konzerte und Feuerwerke zum Vollzug der Beitritte am 1. Mai um 00.00 Uhr statt.

Weltweit wurde die Erweiterung als historische Zäsur in der Geschichte Europas gewürdigt. An der Grenzbrücke zwischen Frankfurt/Oder und dem polnischen Slubice reichten sich Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) und der polnische Außenminister Wlodzimierz Cimoszewicz um Mitternacht symbolisch die Hände.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und die Ministerpräsidenten von Tschechien und Polen, Vladimir Spidla und Leszek Miller, begingen am Samstagmittag bei einem Treffen im Dreiländereck die Erweiterung. In Dublin nahm Schröder am Abend an der Flaggen-Zeremonie teil, bei der ihm ein Zwölfjähriger mit Eltern aus Ungarn und Deutschland die Deutschland-Fahne überreichte.

Mit symbolträchtige Veranstaltungen begrüßten die neuen Mitglieder die Union. In Litauen schalteten viele Bürger in der Beitrittsnacht alle Lichter ein, um das Land auf Satellitenbildern als hellstes Mitglied erscheinen zu lassen. Die Esten begannen, eine Million Bäume zu pflanzen. Das kleinste Beitrittsland Malta zündete das größte Feuerwerk. In Dublin trotzten tausende Iren in der Nacht dem schlechten Wetter und verfolgten ein Feuerwerk, das von 25 Schiffen abgeschossen wurde - für jedes EU-Land ein Schiff.

Befürchtungen, dass es am Rande der der zentralen EU-Feier in Dublin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit den knapp 8000 aufgebotenen Sicherheitsbeamten kommen würde, bestätigten sich zunächst nicht. Die von Globalisierungsgegnern organisierten Demonstrationen blieben friedlich.

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