25 % Wachstum
Wirtschaftsminister Müller sieht Rückstand bei Biotechnologie aufgeholt

Deutschland entwickelt sich zum führenden Biotechnologie-Standort in Europa. Der Rückstand aus den 90er Jahren sei aufgeholt worden, sagte Bundeswirtschaftsminister Werner Müller in Berlin.

ddp BERLIN. Deutschland entwickelt sich zum führenden Biotechnologie-Standort in Europa. Der Rückstand aus den 90er Jahren sei aufgeholt worden, sagte Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) am Dienstag beim Besuch des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin. Von 1 350 besonders dynamischen kleinen und mittelgroßen Biotechnologiefirmen in Europa seien 1999 in Deutschland 279 angesiedelt gewesen. Das entspricht nach Müllers Angaben einem Wachstum von 25 % gegenüber 1998. Neben 23 Großunternehmen beschäftigten sich derzeit knapp 700 kleine Firmen mit dem zukunftsträchtigen Wirtschaftszweig. Die Zahl der Patentanmeldungen sei im Vorjahr um 36 % auf 176 gestiegen. "Deutschland nimmt damit einen Spitzenplatz in Europa ein", sagte Müller.

Der Minister kündigte an, dass die Bundesregierung die Vermarktung von Forschungsergebnissen in den kommenden drei Jahren mit 105 Mill. Mark zusätzlich fördern werde. Die Biotechnologie habe das Potenzial, das Leben radikal zu verändern, sagte Müller. Deshalb sei ein breit angelegter Dialog zwischen Wissenschaft, Industrie, Staat, Verbraucher- und Umweltschützern dringend erforderlich. "Die Anfangsfehler der Kernenergiedebatte sollten nicht wiederholt werden", forderte Müller. Derzeit seien in Deutschland bereits rund 60 gentechnisch veränderte Arzneien auf dem Markt. 5 von 45 Wirkstoffen stammten aus deutscher Produktion.

Müller mahnte an, Hindernisse bei der Gründung und Erweiterung von Biotechnologiefirmen zu beseitigen. Nach seiner Erfahrung seien dabei weder Geld noch Flächen die entscheidenden Hemmschuhe, sondern oft die Bürokratie.

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