265 Leichen geborgen
Suche nach Ursachen für Airbus-Absturz

Einen Tag nach dem Absturz eines Passagierflugzeuges in New York haben die Ermittler am Dienstag die Trümmer nach Hinweisen auf einen möglichen technischen Fehler als Ursache durchsucht. Angaben der Nationalen Luftverkehrsbehörde (NTBS) zufolge wurde der Stimmenrekorder des Airbus gefunden.

Reuters NEW YORK. Der Flugschreiber fehle jedoch noch, sagte eine Sprecherin. Bei dem Absturz des Airbus 300 kamen bis zu 269 Menschen ums Leben, darunter offiziellen Angaben zufolge bis zu neun Personen aus dem Wohngebiet, auf das die Maschine am Montag kurz nach ihrem Start stürzte. Wegen der Anschläge am 11. September waren Befürchtungen laut geworden, es habe sich um ein weiteres Attentat gehandelt.

Alle Hinweise deuteten auf einen Unfall als Absturzursache hin. Diese Einschätzung von NTBS teilten auch die Luftfahrtbehörde und die Regierung. Von der Untersuchung des Stimmenrekorders in Washington erhoffe man sich jedoch weitere Aufschlüsse dazu, sagte die NTSB-Sprecherin. Entscheidend seien allerdings auch die im Flugschreiber aufgezeichneten Daten. Der Sprecher des Präsidialamtes, Ari Fleischer, hatte wenige Stunden nach dem Absturz gesagt, es habe keine ungewöhnlichen Funkgespräche zwischen den Piloten und den Fluglotsen gegeben. Auch seien keine Drohungen im Zusammenhang mit dem Absturz vorgelegen.

Vor gut zwei Monaten hatten vermutlich islamistische Attentäter zwei entführte Flugzeuge in das New Yorker World Trade Center gelenkt. Mehr als 4000 Menschen dürften unter den Gebäudetrümmern liegen, die noch immer nicht vollständig weggeschafft werden konnten. Die Absturzstelle des Airbus der US-Fluggesellschaft American Airlines ist nur wenige Kilometer davon entfernt. Unmittelbar nach dem Unglück gaben die Aktienmärkte am Montag weltweit zum Teil deutlich nach. Sie erholten sich jedoch wieder, nachdem sich die Hinweise auf eine technische Ursache mehrten.

Der Pilot habe offenbar unmittelbar vor dem Absturz Treibstoff aus dem Flugzeug abgelassen, sagte der Gouverneur des Bundesstaates New York. Dies deute daraufhin, dass er gewusst habe, in welchen Schwierigkeiten die Maschine stecke. Eines der beiden Triebwerke fiel auf das Gelände einer Tankstelle, wenige Meter von den Zapfsäulen entfernt. Ein Tankstellen-Mitarbeiter löschte das Feuer. Das zweite Triebwerk wurde mehrere Straßen weiter gefunden. Die Trümmer des Airbus lagen weit über das Wohnviertel von Queens verstreut, in das das Flugzeug gestürzt war.

Aus dem Wrack bargen die Rettungskräfte in der Nacht zum Dienstag Polizeiangaben zufolge 265 Leichen. "Es sind viele Leichen", sagte ein Mitarbeiter der Bergungsteams. "Es ist schwer zu sagen, ob sie aus dem Flugzeug oder aus den getroffenen Häusern stammen." Die Polizei rief Angehörige auf, DNA-Material zur Verfügung zu stellen, um bei der Identifizierung der Opfer zu helfen. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden sechs Häuser bei dem Aufprall zerstört, sechs weitere schwer beschädigt. Präsident George W. Bush sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

Mindestens 150 der Passagiere stammten aus der Dominikanischen Republik, wohin die vom Flughafen John F. Kennedy gestartete Maschine hätte fliegen sollen. "Meine ganze Familie saß in dem Flugzeug", sagte eine Frau weinend. Die teilweise am Dienstag veröffentlichte Passagierliste führte ausschließlich dominikanische und amerikanische Staatsangehörige auf.

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