26 % weniger Beschäftigte
Motorola baut weiter Personal ab

Der US-Halbleiter- und Telekommunikationskonzern Motorola will nach eigenen Angaben im laufenden Jahr weitere 7 000 Stellen streichen und rechnet für das Schlussquartal mit einem Verlust je Aktie.

Reuters CHICAGO. Motorola-Präsident Robert Growney sagte Analysten auf einer Telefonkonferenz am Mittwoch, bei dem Arbeitsplatzabbau entfielen 4 000 Stellen auf den Verkauf von Geschäften, die restlichen würden über andere Maßnahmen wegfallen. Zudem geht Motorola für das Schlussquartal von einem Verlust je Aktie von vier bis fünf Cents aus. Die Schätzungen für den weltweiten Chipabsatz in der Halbleiterbranche für das laufende und kommende Jahr setzte das Unternehmen nach unten. Die Aktie büßte daraufhin im Handel an der Wall Street leicht ein.

Mit den weiteren Stellenstreichungen steige die Gesamtzahl der abzubauenden Arbeitsplätze im laufenden Jahr auf 39 000, teilte Motorola weiter mit. Damit würde sich die Gesamtzahl der Motorola-Beschäftigten bis Jahresende um mehr als ein Viertel verringern. Motorola hatte am Dienstag nach US-Börsenschluss auf Grund der gesunkenen Nachfrage nach Handys und Halbleitern für das dritte Quartal einen operativen Verlust von 153 Mill. $ oder sieben Cents je Aktie ausgewiesen. Analysten hatten den Verlust je Aktie im Durchschnitt ebenfalls mit sieben Cents erwartet. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 643 Mill. $ oder 28 Cents je Aktie erwirtschaftet.

Mit dem erwarteten Verlust im Schlussquartal würde das US-Unternehmen nicht nur das vierte Quartal in Folge sondern auch das erste Mal seit 45 Jahren im Gesamtjahr operativ rote Zahlen schreiben. Analysten hatten nach einer Umfrage von Thomson Financial/First Call zuletzt im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von einem Cent gerechnet. Der Umsatz im vierten Quartal werde wahrscheinlich auf dem Niveau des dritten Quartals oder bis zu 3 % darüber liegen, hieß es weiter. Einen Konzernausblick für 2002 legte Motorola unter Hinweis auf das unsichere wirtschaftliche Umfeld nicht vor.

Prognose für Handyabsatz gesenkt

In der Mobiltelefonsparte soll der Umsatz im vierten Quartal den Angaben zufolge über dem des dritten Quartals liegen. Auch die Profitabilität der Sparte werde zunehmen, hieß es. Motorola ist der weltweit zweitgrößte Handyproduzent. Allerdings senkte der Konzern seine frühere Prognose für den weltweiten Handyabsatz der Branche. Nunmehr rechne das Unternehmen für 2001 mit einem weltweiten Handyabsatz zwischen 380 und 400 Mill. Stück. Zuvor war Motorola noch für die gesamte Handybranche von 400 bis 425 Mill. Mobiltelefonen weltweit ausgegangen. Für 2002 prognostizierte das Unternehmen einen weltweiten Branchenabsatz von 420 bis 460 Mill. Mobiltelefonen.

Der Mobilfunk-Bereich des Unternehmens war nach früheren Unternehmensangaben bereits im dritten Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt und hatte Marktanteil hinzugewonnen. Motorola hatte zuvor die Rückkehr des Mobilfunk-Bereichs in die Profitabilität erst im vierten Quartal erwartet.

Aktie gibt nach

Der US-Konzern senkte zudem seine Prognose für die weltweiten Halbleiterabsätze 2001 und 2002 und rechnet nach eigenen Angaben inzwischen mit einer Erholung der Chipbranche erst im ersten Halbjahr 2002. Nunmehr werde für 2001 von einem Rückgang des weltweiten Chipabsatzes von 25 bis 30 % ausgegangen, hieß es. Zuvor hatte das Unternehmen noch einen geringeren Rückgang von 15 bis 20 % erwartet. Für das kommende Jahr prognostizierte Motorola einen Anstieg von 5 bis 10 %, verglichen mit Zuwächsen von 15 bis 20 %, die das Unternehmen früher prognostiziert hatte.

Die Motorola-Aktie lag im Handelsverlauf in einem festeren Gesamtmarkt an der Wall Street mit 0,66 % im Minus bei 16,61 $.

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