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28 Amateurteams hoffen auf Pokal-Sensationen

Einmal im Rampenlicht: In der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals an diesem Wochenende hoffen 28 Amateurteams auf die große Sensation und den Einzug in die nächste Runde des seit 1935 ausgespielten Traditionswettbewerbs.

dpa DÜSSELDORF. Einmal im Rampenlicht: In der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals an diesem Wochenende hoffen 28 Amateurteams auf die große Sensation und den Einzug in die nächste Runde des seit 1935 ausgespielten Traditionswettbewerbs.

Über das dickste Los in diesem Jahr durfte sich der Fünftligist TSV Völpke aus Sachsen-Anhalt freuen. Die Mannschaft von Spielertrainer Thoralf Bennert empfängt im Paul-Greifzu-Stadion in Dessau den Rekord-Pokalsieger Bayern München. "Wir kennen die Bayern besser als sie uns. Wir wollen sie ärgern und so lange wie möglich kein Gegentor zulassen", kündigte Bennert vollmundig an.

Der 39 Jahre alte Coach des Verbandsligisten, der seine aktive Laufbahn eigentlich in der Vorsaison beendet hatte, will für das "Spiel des Jahrhunderts" sogar noch einmal die Fußball-Schuhe schnüren. "Ich werde mich in den letzten 15 bis 20 Minuten selbst einwechseln und es genießen, gegen Michael Ballack oder Zé Roberto zu spielen", kündigte Bennert an.

Die Furcht des Münchner Starensembles hält sich trotz einiger schmerzhafter Pokal-Pleiten bei unterklassigen Clubs in den vergangenen Jahren in Grenzen. Für Bayern-Trainer Felix Magath ist der Auftritt in der Provinz eher eine willkommene Gelegenheit, "um besser in den Rhythmus zu kommen". Einigen seiner Stars will Magath eine Woche vor dem Bundesligaspiel bei Bayer Leverkusen eine Verschnaufpause gönnen.

Dass Mario Basler wie Völpke-Kollege Bennert noch einmal aktiv ins Geschehen auf dem Rasen eingreift, ist nicht zu erwarten. Doch auch der ehemalige Nationalspieler und langjährige Bundesliga-Profi steht vor seinem bislang größten Tag als Trainer. Denn mit dem Süd- Regionalligisten SSV Jahn Regensburg hat Basler den deutschen Meister und Cup-Titelverteidiger Werder Bremen zu Gast. Gleichwohl bestreitet "Super-Mario" vehement, dass die Partie gegen seinen Ex-Club für ihn besonderen Reiz habe. Der 35 Jahre alte Teammanager und gebürtige Pfälzer, der einst bei Werder seine großartige Karriere startete, gibt sich vielmehr vor dem Duell ganz cool: "Das ist ein schönes Spiel, mehr nicht. Für mich hat das gar keine besondere Bedeutung."

Der Rummel ist dennoch enorm und Basler gibt zu, dass "ein besonderes Ereignis für meine Mannschaft, unseren Verein und unsere Fans" bevorstehe. Die Aussicht auf einen Erfolg schätzt Basler eher gering ein, auch wenn Regensburg als Zweitligist vor einem Jahr mit dem Erstrundensieg über den VfL Bochum für eine kleine Sensation sorgte: "Wenn der deutsche Meister kommt, ist es schwer zu gewinnen."

Außer Regensburg und Völpke freuen sich 16 weitere Amateurclubs auf Erstliga-Besuch. Volksfeststimmung, volle Kassen und erwartungsfrohe Fans sind garantiert. Vielen Favoriten sind die Reisen zu den Außenseitern nicht geheuer. Zu oft in der Pokal-Historie traf die Fußball-Floskel "der Pokal hat seine eigenen Gesetze" zu. Daher dürfte das Gastspiel des Bundesliga-Schlusslichtes Hamburger SV beim Regionalliga-Spitzenreiter SC Paderborn 07 ebenso unter besonderer Beobachtung stehen, wie die Auftritte von sieben weiteren Eliteclubs, die noch ohne Saisonsieg dastehen.

Der 1. FC Kaiserslautern will beim "Pokalschreck" FC Schönberg 95 eine weitere Pleite vermeiden, Hansa Rostock bei der TSG Hoffenheim, die im Vorjahr die Profis von Bayer Leverkusen blamierte und als letzter Amateurverein erst im Viertelfinale scheiterte. Auf ein Erfolgserlebnis hoffen auch die Profis von Hannover 96 (beim VfR Neumünster), Borussia Mönchengladbach (bei den Amateuren des FC Bayern), Arminia Bielefeld (beim VfC Plauen) und Hertha BSC Berlin (beim TSV Aindling) und des VfL Bochum, der beim zweimaligen Pokalsieger Fortuna Düsseldorf auf dem Prüfstand steht.

Als einziger Erstligist muss der 1. FC Nürnberg bereits am Freitag antreten. Präsident Michael A. Roth hat sich schon eine Strafe ausgedacht. Sollten die Profis beim Verbandsligisten FC Teningen scheitern, müssen sie 15 000 ? an den eigenen Verein zahlen. Im Erfolgsfall winkt ihnen diese Summe für die Mannschaftskasse. 15 Jahre nach dem letztmaligen Cup-Sieg in Berlin will Borussia Dortmund den neuen Anlauf erfolgreicher gestalten. "Wir sind schon ein komischer Pokal-Verein", sagte Manager Michael Meier, der das Ziel vor dem Spiel beim VfB Lübeck klar formulierte: "Wir wollen ins Finale."

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