29 Mitarbeiter werden entlassen
Zeitungskrise erfasst jetzt auch die Abendzeitung

Angesichts des drastischen Einbruchs am Anzeigenmarkt will nun auch das Münchener Boulevard-Blatt "Abendzeitung" (AZ) 29 seiner insgesamt rund 250 Mitarbeiter entlassen.

Reuters MÜNCHEN. "Man wird Kündigungen nicht vermeiden können", sagte "Abendzeitung"-Geschäftsführer Christoph Mattes am Dienstag in München und bestätigte damit einen aktuellen Bericht des Online-Magazins "Focus Online". Nach derzeitigem Stand müssten 29 Mitarbeiter gehen, darunter 17 Mitglieder der rund 100-köpfigen Redaktion. Zugleich betonte er, die Entlassungen erfolgten nicht unter dem Zwang der Banken. "Ich habe nicht den Druck der Banken", sagte Mattes. In der "Abendzeitung" stecke kein Euro Fremdkapital.

Seit Wochen kündigen die deutschen Verlage wegen der Branchenkrise Stellenstreichungen und Entlassungen an. So will etwa die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" jüngsten Angaben zufolge bis zu 40 Stellen bei dem Internet-Inhalteanbieter faz.net abbauen. Auch die "Frankfurter Rundschau" hat angekündigt, bis Ende 2003 einen Stellenabbau auf rund 1200 von noch 1640 Mitarbeitern Anfang 2001 zu planen.

AZ-Geschäftsführer Mattes wollte für die Zukunft weitere Stellenstreichungen prinzipiell nicht ausschließen. "Wenn das nächstes Jahr noch weiter in den Keller runter geht, muss man sehen", sagte er. Derzeit gebe es hierfür aber keine Pläne. Ziel sei es, die "Abendzeitung" als unabhängiges Familienunternehmen zu erhalten.

Die "Abendzeitung" war 1948 noch in der Phase der Zeitungslizenzierung durch die Alliierten gegründet worden. Sie ist somit eines der traditionsreichsten Boulevard-Blätter der Bundesrepublik.

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