2 000 Bundeswehr-Soldaten
USA fordern deutsche Unterstützung

Die USA und Großbritannien haben am Freitag ihre Vorbereitungen auf einen Militäreinsatz gegen Irak vorangetrieben. In einer Anfrage an Deutschland lieferten die USA zudem einen Hinweis auf einen Zeitpunkt für den Beginn eines Krieges Ende Januar.

Reuters WASHINGTON/LONDON. Mit Blick auf einen näher rückenden Krieg appellierte Irak an alle arabischen Staaten, das Land gegen einen US-Angriff zu verteidigen. Das Nato-Mitglied Türkei verstärkte Augenzeugen zufolge die Truppen an der Grenze zu Irak. Ende Januar soll der UNO-Sicherheitsrat über einen Bericht der Irak-Waffeninspektoren beraten.

Der britische Premierminister Tony Blair forderte die Armee seines Landes auf, sich auf einen Krieg gegen Irak vorzubereiten. "Momentan ist es wichtig, alle nötigen Vorbereitungen zu treffen", sagte Blair in seiner Weihnachtsbotschaft an die Armee. Es müsse sichergestellt werden, dass in der Region die nötige Kapazität aufgebaut werde, um, wenn nötig, gegen Irak vorgehen zu können. Die Regierung hat Industriekreisen zufolge mehrere Frachtschiffe ab Mitte Januar für drei Monate gechartert, die jeweils bis zu 10 000 Tonnen an militärischer Ausrüstung laden können.

Die USA haben nach offiziellen Angaben derzeit 15 000 Soldaten in der Nähe Iraks und insgesamt etwa 60 000 in der Region stationiert. Aus US-Kreisen war zudem verlautet, die Armee sei angewiesen worden, bis zu 50 000 weitere Soldaten auf eine Entsendung in die Golf-Region vorzubereiten.

US-Außenminister Colin Powell hatte Irak am Vortag einen "schwerwiegenden Verstoß" gegen die jüngste Abrüstungsresolution der UNO vorgeworfen sowie ein unkooperatives, irreführendes und verlogenes Verhalten. Die USA drohen mit militärischen Konsequenzen, sollte Irak unkooperativ bleiben. Irak nannte den US-Vorwurf eine übertriebene Reaktion und sagte, die UNO und die Internationale Atomenergiebehörde seien für die Auswertung des Berichts zuständig. Auch UNO-Chefinspektor Blix hatte den 12 000 Seiten starken Waffenbericht Iraks kritisiert, den das Land auf Forderung der UNO vorgelegt hatte. Der Bericht enthalte wenig Neues. Am 27. Januar wollen die UNO-Waffeninspektoren einen umfassenden Bericht über ihre Rüstungskontrollen in Irak vorlegen.

Die USA hätten in einer informellen Anfrage eine Bitte um 2000 Bundeswehrsoldaten übermittelt, hieß es am Freitag in deutschen Regierungskreisen. Demnach sollten die Soldaten Kasernen und andere Einrichtungen sowie Transportwege für die Bewegung amerikanischer Truppen bewachen, die vor dem Hintergrund eines eventuellen Angriffs gegen Irak verlegt würden. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) sagte, Deutschland habe den USA Unterstützung bei der Bewachung von Liegenschaften zugesagt. Eine Entscheidung zu Zeitpunkt und Umfang der Unterstützung sei Anfang 2003 zu erwarten. Wegen der Witterung in der Region gilt der Zeitraum bis Ende Februar als am besten für eine Militäreinsatz gegen Irak geeignet.

Der irakische Handelsminister appellierte im katarischen Fernsehsender El Dschasira an alle arabischen Staaten, Irak und das irakische Volk zu verteidigen. Die Souveränität, die Unabhängigkeit und das Gebiet werde von den USA, Großbritannien und Israel bedroht. Er wiederholte, die USA und ihre Verbündeten strebten eine territoriale Neuordnung der Region an.

Die Türkei hat Berichte über eine Truppenverstärkung an der Grenze zu Irak zurückgewiesen. Augenzeugen berichteten indes, dass sich Lastwagen mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen Richtung Grenze bewegt hätten. Aus dem Kurdengebiet in Nordirak verlautete, im Norden Iraks habe die Türkei ihre Truppen verstärkt. Rund 5000 türkische Soldaten halten sich ständig in dem Gebiet auf, um gegen kurdische Rebellen vorzugehen. Die Türkei lehnt einen Krieg gegen Irak ab. Das Land fürchtet, die Auswirkungen eines Krieges könnten die wirtschaftliche Erholung der Türkei gefährden.

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