2 200 Stellen stehen zur Disposition
EADS muss beim Personal abrüsten

Deutschland und Frankreich geben weniger Geld für ihr Militär aus. Das bekommt der größte europäische Luft- und Raumfahrtkonzern zu spüren. 2 200 Arbeitsplätze stehen zur Disposition.

dpa-afx MÜNCHEN/AMSTERDAM. Beim größten europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sind in der mit Verlusten arbeitenden Wehrtechnik weitere 2 200 Arbeitsplätze bedroht. Als Folge der stagnierenden und schrumpfenden Verteidigungsbudgets in Deutschland und Frankreich lasse sich ein Stellenabbau über die bereits in den vergangenen zwölf Monaten gestrichenen l.500 Stellen hinaus nicht vermeiden, erklärte die EADS am Donnerstag in Amsterdam und München. Wenn sich die Branchenlage nicht bessere, müssten weitere 1 500 Arbeitsplätze wegfallen. Vom Stellenabbau wären 550 Mitarbeiter in Deutschland und rund 950 Mitarbeiter in Frankreich betroffen.

Zusätzlich werde in der Verteidigungselektronik erwogen, bis zu 700 Stellen auszugliedern, hieß es. Ebenso kann es nach Angaben der EADS zu Standortschließungen kommen. Der EADS-Konzern beschäftigt in der Wehrtechnik aktuell mehr als 17 000 Mitarbeiter. In Deutschland konzentrieren sich die Rüstungsaktivitäten des Unternehmens fast ausschließlich auf Bayern und Baden-Württemberg. Welches der Werke in München, Schrobenhausen, Ulm oder Friedrichshafen Stellen abbauen müssten, steht laut EADS noch nicht fest.

62 Millionen Euro Verlust im Halbjahr

Vor einem halben Jahr war die EADS aus der Fusion der Daimler-Chrysler-Tochter DASA, der französischen Aerospatiale Matra und der spanischen CASA entstanden. Mit einem rechnerischen Jahresumsatz von rund 22,5 Mrd. Euro 1999 steht das Unternehmen auf Platz drei der weltgrößten Luft-, Raumfahrt- und Wehrtechnik-Konzerne. In der Wehrtechnik beliefen sich die Verluste laut EADS-Co-Vorstandschef Rainer Hertrich im ersten Halbjahr auf rund 62 Mill. Euro. Diese Größenordnung dürfte auch für das gesamte Jahr 2000 zutreffen. Der Jahresumsatz im Rüstungsbereich lag zuletzt bei 3,8 Mrd. Euro.

Die EADS habe ein Konzept erarbeitet, um die Verluste zu stoppen und eine Basis für ein profitables Wachstum im Militärgeschäft zu schaffen. Die Aktivitäten sollen nun rasch in grenzübergreifenden Strukturen zusammengeführt werden, erklärte der Leiter des Bereichs Verteidigung und Zivile Systeme Thomas Enders. Als Schwerpunkte nannte er die Bereiche Lenkwaffen, Verteidigungselektronik, Telekommunikation und Dienstleistungen. Bei den Lenkwaffen solle das Joint Venture MBD der EADS mit der britischen BAe Systems schon bald um Aerospatiale Matra Missiles und Alenia Marconi Systems zur MBDA erweitert werden. Auch die Telekommunikation sei in einem Gemeinschaftsunternehmen (mit Nortel Networks) zusammengefasst, bei dem Mehrheitseigner EADS die industrielle Führung habe./DP/ub

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