3:0 in Belgrad mehr als die halbe Miete
Bayern bewahren kühlen Kopf

Der FC Bayern München hat im "Hexenkessel" von Belgrad kühlen Kopf bewahrt und den ersehnten Einzug ins Millionenspiel Champions League fast schon perfekt gemacht. Durch Tore von Michael Tarnat (22.), Jens Jeremies (71.) und Claudio Pizarro (78.) gewann der deutsche Rekordmeister am Mittwochabend vor 30 000 Zuschauern das Qualifikations-Hinspiel bei Partizan Belgrad mit 3:0 (1:0).

HB BELGRAD. Der erste Europacup-Sieg in der jugoslawischen Hauptstadt eröffnet den Bayern für das Rückspiel am 27. August im heimischen Olympiastadion glänzende Perspektiven, um zum siebten Mal in die Königsklasse des europäischen Fußballs einzuziehen.

Dabei hatte das Unternehmen Champions League 2002/2003 für die Bayern mit einer Schrecksekunde begonnen. Torhüter Oliver Kahn wurde beim Aufwärmen vor dem Spiel von einer aus dem Partizan-Fanblock geworfenen Münze am Kopf getroffen und wollte zunächst nicht mit auflaufen. Erst auf Drängen der Bayern-Verantwortlichen nahm der Schlussmann seinen gewohnten Platz zwischen den Pfosten ein. Die Münchner informierten von dem Vorfall UEFA-Beobachter Michael Pralong, der eine Kopie der Fernsehaufnahmen als Beweis mitnehmen wollte. Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel musste die Partie unterbrochen worden, nachdem der Schiedsrichter-Assistent ebenfalls von einem Wurfgeschoss getroffen und am Kopf verletzt wurde.

Die aggressive und beinahe feindselige Atmosphäre auf den Rängen schien sich zunächst auch auf den Rasen zu übertragen. Die Bayern sahen sich überfallartigen Angriffen des 17-maligen jugoslawischen Meisters ausgesetzt und hatten Mühe, Ruhe und Ordnung in die eigenen Aktionen zu bringen. Trainer Ottmar Hitzfeld hatte Ze Roberto nach seiner schwachen Vorstellung in Mönchengladbach auf der Bank gelassen. Für den nach seiner Roten Karte im April gegen Real Madrid gesperrten Hasan Salihamidzic kam Owen Hargreaves zum Zuge.

Durch Tarnats Überraschungstreffer bekam das Spiel der Münchner weitere Sicherheit. Der Abwehrspieler, der eigentlich nur auf Grund der Verletzung von Bixente Lizarazu wieder zur ersten Elf gehört, fasste sich aus 16 Metern ein Herz und traf unhaltbar für Torhüter Radovan Radakovic in die lange Ecke. Allerdings lag nur zwei Minuten später der Ausgleich in der Luft, als Kahn einen knallharten Schuss von Zvonimir Vukic nicht festhalten konnte und Danko Lazovic im zweiten Versuch das Außennetz traf.

"Wir wussten, dass wir die ersten 20 Minuten überstehen mussten. Und dann haben wir zum richtigen Zeitpunkt das Tor gemacht", sagte ein zufriedener Bayern-Manager Uli Hoeneß zur Pause. Während Jens Jeremies als Absicherung nach hinten eine solide Vorstellung ablieferte, gingen von Michael Ballack, dem frisch gekürten Fußballer des Jahres, trotz großer Laufarbeit nur wenige Impulse aus.

Nachdem die Jugoslawen mehrere große Chancen zum Ausgleich nicht nutzen konnten, fiel wie ein Blitz aus heiterem Himmel das 0:2 durch Jeremies' Kopfball nach Freistoß von Scholl. Weitere sechs Minuten später bestrafte Pizarro die Verwirrung in der Belgrader Abwehr mit dem dritten Treffer. Anschließend verlor Igor Duljaj, bis dahin der beste Belgrader, die Nerven und sah nach grobem Foul an Ballack die Gelb-Rote Karte.

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