3,2 Prozent mehr Lohn
Bau-Tarifparteien erzielen Einigung

Die etwa 950 000 Beschäftigten der deutschen Baubranche erhalten 3,2 % mehr Lohn und Gehalt. "Die Tarifparteien haben nach langen Verhandlungen eine Einigung erzielt", sagte der als Vermittler tätige CDU-Politiker Heiner Geißler am Dienstag in Wiesbaden nach mehr als 20-stündigen Verhandlungen.

Reuters WIESBADEN. Nach den Worten von IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel beinhaltet der Kompromiss eine Lohnerhöhung von 3,2 % ab dem 1. September 2002. Vom 1. April 2003 an werde es dann 2,4 % mehr geben. Die beiden Tarifverträge hätten eine Laufzeit von jeweils einem Jahr. Statt fünf Leermonaten wie in dem ursprünglichen Arbeitgeberangebot seien es nunmehr im ersten Jahr nur noch zwei geworden, wobei es für die Monate Juni, Juli und August 2002 in Westdeutschland Einmalzahlungen von jeweils 75 Euro gebe. Ab Mittwoch werde der Streik auf allen Baustellen ausgesetzt, sagte Wiesehügel weiter. Danach finde eine Urabstimmung über das Verhandlungsergebnis statt.

Die am Montagvormittag unter Vermittlung Geißlers wieder aufgenommenen Verhandlungen standen unter dem Zeichen des ersten bundesweiten Streiks in der Bauindustrie in der Nachkriegsgeschichte. Es sei wohl der schwierigste Tarifstreit in den vergangenen Jahren gewesen, sagte Geißler. "Die tiefen Einschnitte in den Rahmentarifverträgen sind durch den Streik abgewehrt worden", sagte IG-Bau-Streikleiter Dietmar Schäfers. Für die Arbeitgeber sagte deren Verhandlungsführer Thomas Bauer, es gebe mit Sicherheit keinen eindeutigen Sieger. Das Verhandlungsergebnis sei ein mit enormer Mühe gefundener Kompromiss.

Bei den Mindestlöhnen wird es nach Angaben der Gewerkschaft in Westdeutschland ab dem 1. September 2002 eine Erhöhung um 3,2 % geben und im Osten um 1,5 %. Vom 1. September 2003 an werden die Mindestlöhne in ganz Deutschland um 2,4 % angehoben.

Die Tarifverhandlungen waren im Mai trotz mehrerer Schlichtungsversuche zunächst am Streit über eine Angleichung der ostdeutschen Mindestlöhne an das Westniveau gescheitert. Daraufhin hatten bei einer Urabstimmung der Gewerkschaft über 98 % für einen Streik gestimmt.

Die IG Bau hatte eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,5 % gefordert. Die Arbeitgeber hatten zuletzt Tarifanhebungen um drei Prozent ab September und weitere 2,1 % ab 1. April 2003 angeboten.

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