30 Anlagen sind im Gespräch
Finanzbranche wendet sich Offshore-Windparks zu

Die geplanten Offshore-Windparks vor den deutschen Küsten stoßen in der Finanzwirtschaft zunehmend auf Interesse.

HB/dpa HAMBURG. In Hamburg gaben am Dienstag führende Dienstleister und die Vereins und Westbank - die Gründung eines "Offshore Finance Circle" bekannt, der die Chancen und Risiken der geplanten Großprojekte ausloten soll.

"Wir wollen gewappnet sein, wenn die Finanzierung ansteht", sagte Rolf Kirchfeld aus dem Vorstand der Bank. Dem Zirkel, der bis zum nächsten Sommer ein Ergebnis seiner Arbeit vorlegen will, gehören zudem der Finanzberater PricewaterhouseCoopers und der Versicherungsberater und-makler Marsh an.

Insgesamt sind rund 30 große Windparks vor der Küste im Gespräch, die jeweils einen Kapitalbedarf von rund einer Milliarde Euro oder noch mehr nach sich ziehen. "Sicherlich werden nicht alle Projekte realisiert", sagte Norbert Allnoch vom Internationalen Wirtschaftsforum regenerative Energien (IWR), der die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen hat.

Neue technische und finanzielle Risiken

Die Experten gehen einerseits davon aus, dass die Windenergie in Deutschland und weltweit ein großes Zukunftspotenzial besitzt. Nach einer Studie des IWR wird sich die installierte Gesamtleistung von 50 000 Megawatt im Jahr 2005 bis 2010 auf 110 000 Megawatt mehr als verdoppeln. Bislang ist Deutschland mit einer installierten Leistung von 9 800 Megawatt im Weltmaßstab führend und hat daher einen Wissensvorsprung, was den Bau und Betrieb von Windkraftanlagen angeht.

Mit dem Schritt hinaus aufs Meer sind jedoch völlig neue technische und finanzielle Risiken verbunden. Die Anlagen sollen deutlich größer werden - bis zu fünf Megawatt je Windrad - und im 40 Meter tiefen Wasser errichtet werden. Bestehende Anlagen in Dänemark sind halb so groß und in Küstennähe im zehn Meter tiefen Wasser gebaut. "Viele Fragen sind zur Zeit noch offen", sagte Kirchfeld. "Dazu gehören Technik, Netzanbindung, rechtliche Fragen, Wartung und Logistik sowie Versicherungsschutz."

Subventionen seien unerlässlich

Von den rund 30 Windkraftparks in der deutschen Bucht und der Ostsee steht bislang nur eine Pilotanlage bei Borkum möglicherweise vor der Realisierung. Die übrigen Projekte sind noch nicht genehmigt. Allein die Genehmigungsbehörden müssen eine Reihe von Fragen im Zusammenhang mit Schifffahrt, Fischerei, Umweltschutz und Sicherheit klären. Zudem sind die großen Windmühlen noch nicht serienreif und die Anbindung an die Stromnetze auf dem Festland unklar. Die Finanzunternehmen gehen denn auch davon aus, dass erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts Finanzierungen in größerem Umfang nachgefragt werden könnten. Unerlässliche Voraussetzung dafür sei, dass die politische Förderung der Windkraft durch Subventionen beibehalten werde.

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