30. Olympische Sommerspiele
London plant 2012 Spiele auf Sparflamme

In Peking erlebte das Team Großbritannien mit Platz vier in der Nationenwertung einen wahren Goldrausch, doch wenn es um die eigenen Spiele in vier Jahren geht, ist Nüchternheit und Sparsamkeit angesagt: Nachhaltigkeit ist den Briten wichtiger als Glamour.

LONDON. Londons Bürgermeister Boris Johnson hatte die olympische Flagge noch nicht von seinem Pekinger Amtskollegen übernommen, da ließ er schon wissen, dass der britischen Hauptstadt die Mittel fehlen, um mit der perfekten chinesischen Sportshow mitzuhalten: "Ich glaube, dass wir mit unserem Humor und unserer Erfindungsgabe fantastische olympische Spiele veranstalten können, auch wenn unsere Bevölkerung viel kleiner ist und wir nicht auf die selben Ressourcen zurückgreifen können."

Mit 19 Goldmedaillen schnitten die britischen Sportler in Peking so gut ab wie seit hundert Jahren nicht mehr. Mittlerweile erhofft sich die Presse vom Edelmetallsegen in China alle möglichen positiven Effekte - vom Erfolg im Kampf gegen die Fettleibigkeit britischer Jugendlicher bis hin zur Stärkung des politischen Zusammenhalts des mit Blick auf Schottland gar nicht mehr so Vereinigten Königreichs.

Wenn es allerdings um die eigenen Spiele geht, dann hält sich die Euphorie bislang in engen Grenzen. Eine Umfrage ergab vor kurzem, dass nur 16 Prozent der Briten glauben, dass Olympia ihrem Land und seiner internationalen Reputation Auftrieb geben werden.

Für zusätzliche Skepsis sorgte ein von Bürgermeister Johnson in Auftrag gegebener Bericht zum Stand der Olympia-Vorbereitungen. Ergebnis: Erhebliche Defizite beim Sicherheitskonzept und der Nutzung einiger Bauten nach den olympischen Spielen. Dazu kommt die ständig präsente Gefahr explodierender Kosten. 9,3 Mrd. Pfund wollen die Briten für Olympia ausgeben, und keinen Pence mehr. Das wäre weniger als die Hälfte des offiziellen Pekinger Etats, aber immerhin zwei Mrd. Pfund mehr als in Athen vor acht Jahren. Die britische Olympiaministerin Tessa Jowell lässt keinen Zweifel daran, dass es im bereits aufgestockten Etat keinerlei Spielraum mehr gebe. Vorsichtige Anfragen des Internationalen Olympischen Komitee, ob das Budget nicht doch noch einmal aufgestockt werden könnte, beantwortete Jowell mit einem klaren "No". Wenn mehr Geld ausgegeben werde, dann müsse woanders gespart werden.

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