30 Prozent weniger Kapazität
LTU kocht die Flotte ein

LTU nimmt als erster deutscher Ferienflieger mit einer deutlichen Flottenverkleinerung Überkapazitäten vom Markt.

HB/dpa/Reuters TOULOUSE. Die nationale Nummer 3 hinter Condor und Hapag-Lloyd wird nach dem schrittweisen Übergang auf neue Airbus-Maschinen Ende 2003 über 24 Flugzeuge mit rund 6000 Sitzplätzen verfügen. Das sagte LTU - Geschäftsführer Sten Daugaard am Mittwoch im französischen Toulouse.

Im Vergleich zur alten LTU-Flotte mit 28 Maschinen und gut 7300 Sitzen bedeutet dies ein Kapazitätsabbau von rund 20 Prozent. Unter Berücksichtigung der in den Jahren 1999 und 2000 geleasten sechs Boeing-Flieger ergäbe sich sogar ein Abbau von ungefähr 30 Prozent.

Der Übergang auf neue Flugzeuge und die Verkleinerung sollen jährliche Einsparungen in Höhe von 48 Millionen Euro bringen.

Im 1. Quartal 2002 habe die Flugzeugauslastung bei 85 Prozent gelegen, erläuterte der Airline-Chef. Die LTU habe insgesamt auch bessere Preise erzielt als im Sanierungskonzept vorgesehen, hieß es. Die Airline will 2003 nach mehreren Verlustjahren operativ ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaften. Von 2004 an soll das Unternehmen wieder in der Gewinnzone fliegen.

Der Kölner Lebensmittelhändler REWE, der 40 Prozent der LTU-Anteile besitzt, will möglichst bis Ende Juni einen neuen Hauptgesellschafter aus dem Interessentenkreis auswählen.

LTU war im Herbst 2001 durch die Krise der Swissair knapp an einer Insolvenz vorbeigeschrammt. Das frühere Swissair-Anteilspaket an LTU von 49,9 Prozent befindet sich derzeit in den Händen eines Treuhänders.

Zur Sanierung der LTU ist nach Einschätzung von Geschäftsführer Sten Daugaard nicht unbedingt ein neuer Großinvestor notwendig. Die Düsseldorfer Charterfluggesellschaft mache zurzeit deutlich weniger Verluste als geplant. "Wir liegen bei den Verlusten um 15 Prozent unter Plan", sagte Daugaard. Die Höhe des für das laufende Geschäftsjahr 2002 eingeplanten Verlustes wollte Daugaard nicht beziffern.

Vor wenigen Tagen hatte LTU-Aufsichtsratsvorsitzender und Chef des größten verbliebenden Anteilseigners Rewe, Hans Reischl, in einem Interview gesagt, der Verlust, der einmal bei 150 Millionen Euro gelegen habe, solle in diesem Jahr auf 20 Millionen Euro sinken.

Binnen eines Jahres muss die LTU einen neuen Großinvestor finden. "Wir haben mit zehn Interessenten, überwiegend aus der Reisebranche, gesprochen und noch keine Absage erhalten", sagte er. Die Verhandlungen gingen weiter. "Jemand aus der Branche, der was von diesem Geschäft versteht, wäre unser Wunschpartner". In der Touristikbranche herrsche aber wegen der schlechten Konjunktur immer noch Verunsicherung. Aber auch mit Finanzinvestoren würde verhandelt. Der LTU schwebt nach den Worten von Daugaard vor, dass sich ein Finanzinvestor mit rund 150 Millionen Euro am Eigenkapital der Gesellschaft beteiligen könnte. "Auf dieses eingesetzte Kapital ist eine mindestens zweistellige Rendite möglich."

Daugaard bekräftigte, 2003 werde die Gesellschaft "schwarze Zahlen schreiben und einen positiven Cash-Flow" ausweisen. Der LTU-Chef fügte hinzu: "2007 wollen wir wie einst im Jahr 2000 wieder einen Umsatz von einer Milliarde Euro einfliegen."

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