Archiv
30 Tote bei Bombenterror gegen Israelis in Ägypten

Bei der bisher blutigsten Serie von Terroranschlägen auf israelische Touristen im Ausland sind in Ägypten mindestens 30 Menschen getötet und mehr als 150 verletzt worden.

dpa TEL AVIV/KAIRO. Bei der bisher blutigsten Serie von Terroranschlägen auf israelische Touristen im Ausland sind in Ägypten mindestens 30 Menschen getötet und mehr als 150 verletzt worden.

Die meisten Opfer der drei Attentate in den Badeorten Taba und Ras el Schaitani auf der Sinai-Halbinsel stammten aus Israel. Die mit Autobomben verübten Anschläge wurden weltweit aufs Schärfste verurteilt. Israelische Sicherheitsbehörden vermuten die Attentäter in Kreisen islamistischer Terrorgruppen, die dem El-Kaida-Netzwerk angeschlossen sein könnten.

Bundeskanzler Gerhard Schröder verurteilte die Taten als "menschenverachtend". "Wir sind entsetzt und schockiert", sagten Außenminister Joschka Fischer und der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, am Freitag. Deutsche wurden nach Erkenntnissen des Auswärtigen Amtes nicht verletzt. Es riet von Reisen auf die Sinai-Halbinsel ab.

Retter befürchteten, dass die Zahl der Toten noch erheblich steigt. 30 Israelis wurden am Freitagnachmittag noch vermisst. Bergungsteams begannen in den Trümmern des schwer beschädigten "Hilton Taba" die Suche nach Verschütteten. Sie rechneten damit, dass ihre Arbeit mehrere Tage dauern werde. Das Außenministerium in Jerusalem teilte mit, bislang seien 27 Leichen geborgen worden. Unter den Toten sind mehrere Kinder.

Die folgenschwerste von insgesamt drei Explosionen traf in der Nacht zum Freitag die Menschen im Hilton-Hotel in Taba. Mindestens ein Selbstmordattentäter raste mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug in die Lobby. Mehrere Stockwerke des Gebäudes stürzten ein, Feuer brachen aus. Die Terroristen attackierten auch zwei Restaurants in Ferienanlagen im südlich von Taba gelegenen Ras el Schaitani.

Zu den Attentaten bekannten sich am Freitag mehrere Gruppen. Experten äußerten jedoch Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Bekennerschreiben. Diese stammten unter anderem von der unbekannte "Dschamaa el Islamia el Alamia" (Internationale Islamische Vereinigung) sowie einer Organisation namens "Islam-Brigade Monotheismus".

Tausende israelischer Urlauber im Sinai traten nach den Bombenanschlägen fluchtartig die Heimreise an. Die deutsche Reisebranche erwartet unterdessen keinen erheblichen Einbruch ihres wachsenden Ägyptengeschäfts, das in dem arabische Land auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.

Der Terroranschlag in Taba war der bisher schwerste auf israelische Touristen im Ausland. Bei einem Bombenattentat in einem überwiegend von Israelis besuchten Hotel in Kenia waren im November 2002 insgesamt 18 Menschen ums Leben gekommen. Bei einem Angriff auf einen mit israelischen Touristen besetzten Reisebus hatten Terroristen im Februar 1990 im ägyptischen Ismailia elf Menschen umgebracht.

Die Palästinensische Autonomiebehörde verurteilte die Sinai- Anschläge nicht ausdrücklich. Ein Sprecher von Palästinenserpräsident Jassir Arafat sagte, die israelische Besatzung sei verantwortlich für die anhaltende Gewalt in der Region. Solange sie andauere, könne niemand "Frieden, Sicherheit und Stabilität in der Region oder der Welt garantieren", sagte Nabil Abu Rudeina. Ein Sprecher der radikal-islamischen Hamas-Bewegung betonte allerdings in Gaza, seine Gruppe stehe nicht in Verbindung mit den Anschlägen in Ägypten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%