30 Universitäten auf dem Prüfstand
Besser als ihr Ruf - Studienberatungen im Test

Zentrale Studienberatungen an Universitäten sollen Studenten bei Fragen zum Studium mit Rat und Tat zur Seite stehen. Tun sie das wirklich? Junge Karriere.com hat 30 Studienberatungen getestet, an großen und kleinen Unis, in Ost- und Westdeutschland, an begehrten und an weniger beliebten Orten. Das Ergebnis: Die Studienberatungen an deutschen Unis arbeiten besser und schneller, als ihr Ruf bei Studenten vermuten lässt.

ban DÜSSELDORF. Als ahnungslose Abiturientin getarnt äußerte eine Redakteurin per E-Mail bei den Studienberatungen einen ungewöhnlichen Studienwunsch: Lässt sich ein Geschichtsstudium irgendwie mit Jura kombinieren? Um Standardantworten vorzubeugen, hatte sie der E-Mail noch einige Zusatzfragen, wie die Frage nach der Zulassung durch die ZVS und mögliche Abschlussarten hinzugefügt.

Überraschend schnell haben die Studienberatungen auf die Anfrage reagiert: 19 von 30 Studienberatungen haben sich Mühe gegeben und ausführlich geantwortet. Der Großteil der Beratungen bezog sich sehr individuell auf das Anliegen, einige Male waren die E-Mails aus vorgefertigten Textbausteinen zusammengebastelt. Zur ersten Info reichten aber alle Antworten aus. Standardantworten kamen hingegen von den Unis Köln, Erlangen-Nürnberg, Bamberg und Hamburg. Von diesen Unis gabs lediglich Studien- und Prüfungsordnungen sowie Termine und Organisatorisches zur Einschreibung im E-Mail-Anhang oder als Links. Auf den Postweg vertrösteten die Unis Frankfurt, Freiburg, Marburg, Osnabrück und Potsdam. Sie forderten dazu auf, die Adresse mitzuteilen, damit man Infohefte zuschicken könne. Eine Beratung hat man an diesen Unis auf schriftlichem Weg also nicht zu erwarten. Die Unis Heidelberg und Kiel reagierten überhaupt nicht auf die Anfrage.

Als absoluter Spitzenreiter in Sachen Geschwindigkeit ging die Uni Münster aus dem Test hervor. Die Ausführlichkeit der Antwort gab keinen Grund zum Meckern: Die Anfrage wurde innerhalb weniger Minuten Punkt für Punkt beantwortet, Links verwiesen auf weitere Infos auf der Homepage der Uni und für nähere Informationen zu den einzelnen Fächern wurden als Ansprechpartner die jeweiligen Fachstudienberater genannt. Studienberater Peter Schott von der Uni Münster verrät den Trick: "Wir haben ein sehr ausdifferenziertes Textbausteinsystem zur Beantwortung von E-Mail-Anfragen entwickelt. Ich kann aus 500 bis 1.000 Textbausteinen die passenden auswählen und mit zusätzlichen Infos ergänzen, so dass die E-Mail wie individuell bearbeitet aussieht." Allein im Jahr 2001 habe er fast 5.900 E-Mails auf diese Weise beantwortet. Je nach Art der Frage entscheidet er, ob eine Mail mit Textbausteinen beantwortet werden kann. Komplizierte Anfragen bearbeitet ein Kollege individuell oder im persönlichen Gespräch. "Das Medium E-Mail verleitet aber auch dazu, Dinge zu fragen, die man mit ein bisschen Nachdenken oder einer intensiveren Recherche auf unseren Internetseiten auch herausfinden könnte", schildert Schott.

Fazit des Tests: Den meisten Studienberatungen kann man für ihre Beratung per E-Mail ein dickes Lob aussprechen. Erste Infos zu bestimmten Studiengängen und Zulassungsmodalitäten lassen sich so prima einholen, eine ausführliche persönliche Beratung können die Studienberatungen auf diesem Weg aber nicht leisten. Minuspunkte bekommen die Unis Heidelberg und Kiel, da hier die auf der Homepage versprochene Beratung völlig ausblieb.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%