300 Mitarbeiter betroffen
SAP plant erstmals Entlassungen

Die SAP AG will in den USA rund 300 Arbeitsplätze streichen. Dies entspreche sieben Prozent der dortigen Stellen und weniger als einem Prozent der Gesamtbelegschaft, sagte ein Sprecher von Europas größtem Softwareunternehmen am Donnerstag. Als Grund für den Arbeitsplatzabbau nannte er einen Nachfragerückgang nach den Anschlägen am 11. September. Mit den Stellenstreichungen werde eine Reorganisation des US-Geschäfts einhergehen. Die US-Tochter beschäftigt derzeit rund 4 200.

dpa-afx/rtr HAMBURG/LONDON. Bei SAP hatte es noch nie Entlassungen in nennenswerter Zahl gegeben. Als Auftakt des Stellenabbaus habe SAP USA bereits ein Callcenter im texanischen Austin geschlossen, heißt es in Presseberichten. Die 75 Beschäftigten seien arbeitslos geworden. In einigen Wachstumsfeldern komme es in den nächsten Monaten aber auch zu einzelnen Neueinstellungen.

In einer internen E-Mail habe SAP-Finanzvorstand Werner Brandt eine Ursache für die Probleme des Konzerns erläutert: "Wir haben festgestellt, dass Unternehmen ihre Entscheidungen für den Kauf von Software deutlich nach hinten in das Jahr 2002 hinein verschieben", wird aus dem Schreiben zitiert. Es lasse vermuten, dass es für SAP schwierig werde, die bereits im Oktober revidierte Gewinnprognose für 2001 halten.

Der Konzern rechnet offiziell mit einem Umsatzplus von 15 % auf 7,2 Mrd. ?. Die Marge beim operativen Ergebnis soll bei rund 20 % stagnieren. Kosten für die Mitarbeiterprogramme STAR und LTI sowie für Akquisitionen sind in der Schätzung nicht enthalten.

Finanzvorstand Brandt habe zudem einen härteren Sparkurs im Konzern angekündigt: "Alle Länder und alle Unternehmensfunktionen müssen Maßnahmen einführen, um die variablen Ausgaben im vierten Quartal 2001 um 50 % zu kürzen", hieß es in dem Schreiben. Er erließ einen generellen Einstellungsstopp: "Sämtliche Personalrekrutierungen, darunter auch Replacement, müssen verschoben werden." Ausnahmen müsse der Vorstand genehmigen. Die Beschlüsse seien obligatorisch, um die Prognose für 2001 zu erfüllen. Dadurch solle vermieden werden, dass der Vorstand "drastischere Maßnahmen" ergreifen müsse.

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