3000 aktive Mitglieder
Experte: El Kaida verfügt über fünf Milliarden Dollar Vermögen

Die Untergrundorganisation El Kaida des Islamisten Osama bin Laden verfügt nach einer Experten-Schätzung über ein Vermögen etwa rund fünf Milliaden Dollar. Dies sei noch eine sehr konservative Schätzung, sagte Professor für Volkswirtschaft an der Universität Linz, Friedrich Schneider, bei einer Fachtagung des Bundesnachrichtendienstes (BND) zum Thema Geldwäsche am Donnerstag in Pullach.

Reuters PULLACH. El Kaida habe ein Jahresbudget von 20 bis 50 Mill. $, sagte der international anerkannte Experte für Geldwäsche. Die Gruppe sei damit die mit Abstand reichste Untergrundorganisation und verfüge über bis zu 3000 aktive Mitglieder.

Bin Ladens Gruppe finanziere sich aus verschiedenen Quellen, sagte Schneider. Bis zu 40 % der Einnahmen stammten aus dem Drogenhandel, weitere 20 bis 30 % kämen von religiöser Gruppen, Regierungen oder Einzelpersonen. Zudem kämen zehn bis 20 % der Finanzen aus klassischen Bereichen der Kriminalität wie der Schutzgelderpressungen. Bis zu einem Drittel der Einnahmen stammten aus unbekannten Quellen.

Die El Kaida sei in ihrer Finanzkraft allen anderen bekannten Untergrundorganisationen weit überlegen, sagte Schneider. Die algerische Heilsfront FIS habe beispielsweise nur etwa 400 aktive Mitglieder und ein Jahresbudget von etwa fünf Mill. $. Die radikale Palästinensergruppe Hamas, die vom Iran finanzierte Hisbollah und die Kurdische Arbeiterpartei PKK verfügten über je zehn Mill. $. Weitere 150 Mill. $ entfielen auf 17 andere Organisationen, die rund 27 000 Mitglieder hätten. Dazu kämen islamisch-arabische Glaubenskämpfer (Mudjaheddin), die im Irak, Iran und Ägypten tätig seien und einen Jahresetat von knapp 30 Mill. $ hätten.

Auch Deutschland sei von Geldwäsche in zunehmendem Maße betroffen. Der Anteil der Schattenwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt habe im Jahr 2000 etwa 16 % betragen, sagte der Experte weiter. Vor vier Jahren seien es noch gut zehn Prozent gewesen. Schneider forderte, die Bekämpfung der Geldwäsche international besser zu koordinieren. Es sei für die Ermittler kaum möglich, ohne Hilfe aus dem Ausland die Geldströme von Untergrundorganisationen auf nationaler Ebene erfolgreich zu verfolgen. Die Sicherheitsbehörden dürften sich bei der Aufklärung der Anschläge in den USA nicht nur auf die Organisation El Kaida beschränken. Es bestehe die Gefahr, dass andere Extremistenorganisationen nicht mehr länger ausreichend überwacht würden.

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