300 000 gehen in Rabat auf die Straße: Erneut weltweite Demonstrationen gegen Irak-Krieg

300 000 gehen in Rabat auf die Straße
Erneut weltweite Demonstrationen gegen Irak-Krieg

Weltweit gingen am Wochenende wieder Hunderttausende auf die Straße, um gegen den Irak-Krieg zu protestieren. Rund 300 000 Menschen demonstrierten am Sonntag nach Angaben von Veranstaltern und Augenzeugen in der marokkanischen Hauptstadt Rabat. Sie warfen der Arabischen Liga Untätigkeit vor und verbrannten zwei US-Flaggen. Einige Demonstranten führten Plakate mit dem Bild des irakischen Staatschefs Saddam Hussein mit sich.

HB/dpa HAMBURG. Mehr als 100 000 Demonstranten zogen am Sonntag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta vor die Botschaften der USA und Großbritanniens sowie das UN-Büro. Ein Redner verlangte, US-Präsident George W. Bush wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor ein internationales Tribunal zu stellen. Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt.

China hat am Sonntag erstmals kleinere Proteste gegen den Krieg im Irak zugelassen, aber eine etwas größere Demonstration in letzter Minute vereitelt. Eskortiert von einem großen Sicherheitsaufgebot, zogen strikt auf 200 begrenzte ausländische Demonstranten mit Plakaten wie "Kein Blut für Öl" und Sprechchören zur Residenz des amerikanischen Botschafters. Auf dem Gelände der Peking-Universität demonstrierten 150 Studenten gegen den Krieg.

Eine Demonstration mit Studenten und Intellektuellen, die mehr Menschen angezogen hätte, war auch in einem der größten Parks der Stadt genehmigt worden, wurde aber nach harschen Auflagen von den Organisatoren abgesagt. Chinas Führung betrachtet jede Demonstration als Gefahr für die soziale Stabilität.

In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul protestierten am Sonntag über 10 000 Gewerkschaftsmitglieder gegen den Krieg und gegen die geplante Entsendung südkoreanischer Bautechniker, Ärzte und Sanitäter zur Unterstützung der USA im Irak.

In Spanien beteiligten sich am Sonntag mehr als 30 000 Menschen an Demonstrationen vor Militärstützpunkten im ganzen Land. Rund 20 000 Teilnehmer zählte die Polizei bei einem Protestmarsch zu dem von den USA mitbenutzen Marine- und Luftstützpunkt im südspanischen Rota bei Cádiz. Weitere Kundgebungen gab es vor den Militärstützpunkten in Torrejón bei Madrid, Saragossa, Albacete, Valencia und Murcia. Im Zentrum Barcelonas ließen Demonstranten 50 000 schwarze Luftballons platzen. Sie sollten die Bomben auf den Irak symbolisieren. Auch am Samstag gab es Demonstrationen, sogar auf den Ferieninseln Mallorca, Teneriffa und La Palma. Laut einer Umfrage sind 92 % der Spanier gegen den Krieg.

In der pakistanischen Grenzstadt Peschawar demonstrierten am Sonntag Zehntausende gegen die USA und verbrannten Puppen, die US- Präsident George W. Bush und den britischen Premier Tony Blair symbolisieren sollten. Vor dem britischen Stützpunkt Akrotiri auf Zypern schwenkten 3000 Zyprer irakische Fahnen und warfen Steine und Eier.

In Paris gingen am Samstag nach Polizei-Schätzungen 18 000 Menschen auf die Straße; die Organisatoren sprachen von etwa 60 000. Dennoch waren es spürbar weniger als acht Tage zuvor. In Marseille waren es zwischen 5000 und 10 000, in Lyon etwa 5000.

In zahlreichen italienischen Städten demonstrierten am Samstag tausende Menschen. Auch vor US-Stützpunkten gab es Proteste. In Rom brachten Kriegsgegner Trauerfahnen an einigen Tiber-Brücken an. Rund 7000 Menschen demonstrierten am Samstag in der griechischen Hauptstadt Athen. In der polnischen Hauptstadt Warschau zogen mehr als 3000 Demonstranten zur US-Botschaft, wo es zu Zusammenstößen mit der Polizei kam, als einzelne Demonstranten Eier und Feuerwerkskörper auf das Gelände warfen.

In der libanesischen Hauptstadt Beirut protestierten Tausende gegen die "amerikanisch-britische Invasion" des Irak. Viele Demonstranten schwenkten irakische und palästinensische Fahnen und bekundeten ihre Solidarität mit dem irakischen Volk.

Dagegen demonstrierten am Samstag in Miami (Florida) rund 30 000 Menschen, in ihrer Mehrzahl Exilkubaner, für den Irak-Krieg. Zugleich sprachen sie sich gegen jeden Dialog mit dem kommunistischen Kuba aus. "Freiheit für Kuba und für den Irak, dies ist unsere Parole", sagte die in Kuba geborene US-Abgeordnete Ileana Ros Lehtinen.

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