300 000 Menschen fliehen allein nach Ruanda
Kongo: Vulkanausbruch löst Panik aus

Der Ausbruch des Vulkans Nyiragongo im zentralafrikanischen Kongo hat Hunderttausende Menschen in die Flucht getrieben und Dutzenden das Leben gekostet. Allein bis zu 300 000 Menschen seien über die Grenze nach Ruanda geflüchtet, hieß es am Freitag in Militärkreisen.

Reuters GISENYI. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen (UNO) kamen bislang mindestens 45 Menschen ums Leben. Der Vulkan war am Donnerstag ausgebrochen. Ein rund zwei Kilometer breiter Lavastrom vernichtete mindestens ein Dorf. Die Bundesregierung stellte eine Soforthilfe von 300 000 Euro zur Verfügung.

In der ruandischen Grenzstadt Gisenyi legten sich zahlreiche erschöpfte Menschen an den Straßenrändern zum Schlafen nieder. Bei Tagesanbruch am Freitag hatte sich der Vulkan in der Nähe von Goma offenbar beruhigt, über der Stadt lag jedoch eine dichte Rauchwolke. An den Hängen des 3469 Meter hohen Nyiragongo waren zahlreiche Hütten, Bäume und Sträucher in Brand geraten.

Der Nyiragongo ist einer von acht Vulkanen an der Grenze zwischen der demokratischen Republik Kongo und Ruanda. Die tropischen Regenwäldern der Region sind Heimat seltener Berg-Gorillas, die an den Hängen der Vulkane leben.

Bei einem Ausbruch des Vulkans 1977 waren Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die Lava war damals mit der ungewöhnlich hohen Geschwindigkeit von rund 60 Kilometern in der Stunde aus einer Bergspalte gekommen. Viele Menschen hatten deshalb nicht mehr rechtzeitig flüchten können. Die Stadt Goma wurde Mitte der 90-er Jahre als Zufluchtsort für Hunderttausende Flüchtlinge des Hutu-Stammes aus Ruanda bekannt.

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