302 Tote bei Absturz von Militärmaschine - Ursache unbekannt
Suche nach Opfern von Flugzeugabsturz in Iran

Beim Absturz eines iranischen Militärflugzeugs sind am Mittwoch 302 Menschen ums Leben gekommen. Ursache des schweren Unglücks war möglicherweise schlechtes Wetter.

Reuters TEHERAN. Iranische Rettungskräfte haben am Donnerstag die Suche nach den 302 Opfern und der Ursache des Absturzes eines Militärflugzeugs fortgesetzt. Ursache des bislang schwersten Unglücks in der Luftfahrtgeschichte Irans war möglicherweise schlechtes Wetter.

Am Mittwochabend war eine Maschine vom russischen Typ Iljuschin-76 auf einem Inlandsflug von Sahedan nahe der Grenze zu Pakistan nach Kerman gegen einen Berg geprallt. "Obwohl die Berge schwer zu erreichen und mit Schnee bedeckt sind, haben die Rettungskräfte beschlossen, in der Dunkelheit der Nacht die Leichen zu suchen", sagte ein Sprecher der Hilfsorganisation Roter Halbmond der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Zur Ursache des Unglücks, bei dem überwiegend Mitglieder der iranischen Elitetruppe Revolutionäre Garden und 18 Besatzungsmitglieder starben, wurden keine Angaben gemacht. Auch blieb unklar, warum so viele hochrangiger Offiziere zusammen in der Region reisten.

Regierungsvertreter wiesen darauf hin, der Pilot habe unmittelbar vor dem Abbruch des Funkkontakts über starken Wind geklagt. "In seinem letzten Funkspruch sagte der Pilot: "Ich versuche, den Flughafen zu erreichen; vielleicht werden die Wetterverhältnisse besser.' In diesem Moment ging der Kontakt verloren", sagte der Gouverneur der Provinz Kerman, Mohammad Ali Karimi, zu IRNA.

Ein Reuters-Reporter berichtete, die Straße zur Absturzstelle sei mit Polizeifahrzeugen und Taxis, die Verwandte zur Identifizierung der Opfer brächten, verstopft. Am Morgen seien der Flugzeugrumpf und ein Stück einer Tragfläche gefunden worden, berichtete IRNA weiter. Die Absturzstelle liegt etwa 35 Kilometer südöstlich der Stadt Kerman in einem Wüstengebiet, das abrupt in das Sirach-Gebirge mit den höchsten Bergen der Provinz, übergeht. Die Stadt liegt etwa 1075 Kilometer südöstlich von Teheran.

Erst im vergangenen Jahr waren 119 Menschen bei einem Flugzeugabsturz in Iran getötet worden. Damals war eine Maschine des russischen Typs Tupolew-154 der Iran Air Tours in der Nähe der Stadt Chorramabad im Westiran abgestürzt. 1988 starben 290 Insassen einer iranischen Verkehrsmaschine, als diese irrtümlich vom US-Raketenkreuzer "Vincennes" über dem Golf abgeschossen wurde. Die Besatzung der "Vincennes" hatte den iranischen Airbus A-300 der Fluggesellschaft Iran Air auf dem Radar als angreifendes Kampfflugzeug identifiziert.

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