30 000 Passagiere weniger pro Tag
Lufthansa will 300 Millionen DM einsparen

Die Deutsche Lufthansa will einem Zeitungsbericht bei ihrem geplanten Programm zur Kostensenkung 300 Mill. DM einsparen. Dies gehe aus einem Vorstandspapier hervor, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" am Wochenende.

rtr FRANKFURT. Eine Sprecherin der Lufthansa wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren, verwies aber darauf, dass die Gespräche zu Einsparungen noch nicht abgeschlossen seien. "Es wird zu Einsparungen kommen, aber wir können die Höhe derzeit noch nicht quantifizieren, zumal die Gespräche mit den Gewerkschaften zu Kostensenkungen noch fortgesetzt werden", sagte die Sprecherin.

Die Lufthansa und Arbeitnehmervertreter hatten sich am Freitag getroffen, um über Kosteneinsparungen durch personalpolitische Maßnahmen zu sprechen. Diese Gespräche sollen fortgesetzt werden. Einen Termin dafür wollten die Beteiligten Seiten aber öffentlich nicht bekannt geben.

Die Zeitung berichtete weiter, die Lufthansa kalkuliere mit einem Erlöseinbruch von einer Milliarde Mark im vierten Quartal. Dazu sagte die Sprecherin, bereits am Donnerstag sei auf der Bundespressekonferenz in Berlin mitgeteilt worden, dass mit Einbußen zwischen 350 und 500 Mill. € gerechnet werde, falls der Nachfragerückgang in bisherigen Umfang bestehen bleibe.

Das Programm bei der Lufthansa sehe einen Einstellungs- und Investitionsstopp und Nachverhandlungen mit Zulieferern vor, hieß es in dem Zeitungsbericht. Zudem werde die Einführung von Kurzarbeit sowie die Streichung von Zulagen geprüft. Beschäftigte mit befristeten Verträgen würden nicht übernommen und Mitarbeiter in der Probezeit müssten mit Kündigungen rechnen. Darüber hinaus würden sämtliche Veranstaltungen für Mitarbeiter ausgesetzt, Dienstreisen stünden auf dem Prüfstand und Mitarbeiter-Darlehen würden ausgesetzt.

Vertreter von Lufthansa und Gewerrkschaften hatten am Freitag mitgeteilt, die Gespräche über Kosteneinsparungen konstruktiv verlaufen seien würden bald fortgesetzt. Lufthansa-Vorstand Wolfgang Mayrhuber hatte gesagt, ohne flexiblere Arbeitszeitregeln würden betriebsbedingte Kündigungen drohen. Die Lufthansa halte weitere Anstrengungen zur Eindämmung der negativen Folgen des massiven Nachfrage- und Erlösrückgangs für notwendig. Vorrangiges Ziel sei aber, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Dies könnte nach früheren Angaben des Konzerns vor allem durch flexiblere Arbeitszeiten oder die Vier-Tage-Woche erreicht werden.

Der Konzern ist wie die gesamte Branche nach den Anschlägen in den USA in eine schwere Krise geraten. "Das ist ein senkrechter Absturz", hatte Mayrhuber in der Mitarbeiterzeitung "Lufthanseat" geschrieben. Ohne eine neue Arbeitszeitregelung stehe allein in der Passage jeder vierte bis fünfte Arbeitsplatz auf dem Spiel. Die Lage der Lufthansa sei dramatischer als das Unternehmen es noch vor Wochen selbst erwartet habe. Pro Tag würden etwa 30 000 Passagiere weniger als vor den Anschlägen buchen und allein in der Passage nehme die Lufthansa derzeit pro Woche 50 Mill. € weniger ein als vor dem 11. September. Mayrhuber äußerte sich skeptisch über die Chance des Konzerns, in diesem Jahr noch einen Gewinn auszuweisen. "Das wird zunehmend schwieriger." Vor den Anschlägen hatte die Linie noch einen Gewinn von bis zu 750 Mill. € angepeilt.

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