30 000 zusätzliche US-Soldaten
Panzerkämpfe südlich von Bagdad

Südlich der irakischen Hauptstadt Bagdad ist es nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN am Donnerstag zu Panzerkämpfen gekommen.

HB/dpa/rtr BAGDAD/KUWAIT-STADT. CNN-Reporter berichteten aus der Nähe der mehrere Tage umkämpften Stadt Nasirija, die dort stationierten alliierten Truppen bemühten sich, die Nachschublinien offen zu halten.

Nahe der Stadt Nasirija soll sich ein Zwischenfall ereignet haben, bei dem bis zu 30 US-Soldaten durch irrtümlichen Eigenbeschuss zum Teil schwer verletzt worden seien. Dies berichtete ein Reporter der britischen Fernsehstation ITV. Zunächst hätten irakische Truppen eine US-Einheit in der Dunkelheit der Nacht umgangen und dann von der Flanke angegriffen. Als andere Marinesoldaten zu Hilfe kamen, wurden sie von leicht bewaffneten Fahrzeugen aus eigenen Reihen unter Beschuss gekommen.

Am Rande der südirakischen Stadt Basra haben britische Truppen nach eigenen Angaben eine Brücke über den Fluss Tigris eingenommen. Das Abu-Dhabi-Fernsehen zeigt Bilder, wie eine große Zahl von Einwohnern Basras die gesicherte Brücke überschritt. Nach britischen Militärquellen haben britische Streitkräfte vor Basra 14 irakische Panzer zerstört. Dies berichtete die BBC. Die Kolonne der Panzer habe in der Nacht Basra verlassen und habe eine Offensiv-Bewegung gegen die Briten unternommen.

Weiterhin ist die lokale irakische Rundfunk- und Fernsehstation in Basra unter britischer Kontrolle. Alliierte Streitkräfte hätten den Sender nach intensiven Luftangriffen übernommen und würden ihn jetzt zur Übermittlung eigener Nachrichten nutzen. Dabei gehe es vor allem um Appelle an die Bevölkerung, von dem humanitären Hilfsangebot der Alliierten Gebrauch zu machen.

In den kommenden 48 bis 72 Stunden wird die von den USA geführte Koalition in Irak ihre militärischen Operationen steigern, da sich die Wetterlage bessert. Dies berichtet der Sender "CNN" am Donnerstag unter Berufung auf Kreise des US-Hauptquartieres in Doah. Sandstürme hatten in den vergangenen zwei Tagen den Einsatz der Bodentruppen und auch die Luftangriffe in Irak behindert.

Amerikaner stellen sich auf längeren Krieg ein

Die Amerikaner stellen sich inzwischen auf einen längeren Krieg ein. Als Anzeichen dafür wurde die Entsendung von zusätzlich 30 000 Soldaten in den Irak gewertet, wie der Regierungssender Voice of America berichtete. In der Onlineausgabe des Senders hieß es am Donnerstag, Soldaten der 4. Infanterie-Division sollen in den kommenden Tagen nach Kuwait geflogen werden.

Im kurdisch kontrollierten Teil des Nordiraks sind in der Nacht rund 1000 amerikanische Fallschirmjäger gelandet. Sie wurden von einem nicht genannten Platz in Europa eingeflogen, hieß es. CNN meldete, die Soldaten hätten ein Flugfeld gesichert und bereiteten die Ankunft weiterer US-Truppen und gepanzerter Fahrzeuge vor. "Dies ist der Beginn der Nordfront", verlautete aus den US-Sicherheitskreisen zum Absprung der Fallschirmjäger. Wo genau die Soldaten abgesetzt wurden, wurde nicht bekannt. Bei den Fallschirmjägern handle es sich um Einheiten der 173. Luftlandebrigade, die zu Friedenszeiten in Italien stationiert sei. Ursprünglich hatten die USA geplant, von der Türkei rund 62 000 Soldaten in den Norden Iraks einmarschieren zu lassen, um eine zweite Front zu errichten. Das türkische Parlament hatte dies aber abgelehnt.

In Kuwait wurde am Donnerstagmorgen Luftalarm ausgelöst. Laut CNN wurde eine irakische Rakete von einer amerikanischen Abwehrrakete vom Typ "Patriot" rechtzeitig abgefangen.

Der britische Militärsprecher Generalleutnant Brian Burridge sagte in Katar, von neun brennenden Ölquellen im Südirak seien inzwischen drei gelöscht. Man rechne, dass das Feuer der übrigen in den kommenden drei Wochen unter Kontrolle gebracht werden könne. Nach Ende des Krieges würde es etwa drei Monate dauern, bis der Irak seine Öllieferungen ans Ausland wieder aufnehmen könne.

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