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31 Tote: Immer mehr Erdbebenopfer in Japan

Nach den tödlichen Erdbeben in Japan dauert das Trauma für die Überlebenden im Katastrophengebiet weiter an. Mehr als 100 000 Menschen mussten in der Provinz Niigata auch die vierte Nacht in überfüllten Notunterkünften, Zelten und Autos verbringen.

dpa TOKIO. Nach den tödlichen Erdbeben in Japan dauert das Trauma für die Überlebenden im Katastrophengebiet weiter an. Mehr als 100 000 Menschen mussten in der Provinz Niigata auch die vierte Nacht in überfüllten Notunterkünften, Zelten und Autos verbringen.

Während teils starke Nachbeben die Menschen am Dienstag in Atem hielten, schüren Regen und Kälte die Angst vor Erdrutschen und Krankheiten. Viele Menschen sind zunehmend erschöpft, manche stünden kurz vor dem Kollaps, berichtete der Fernsehsender NHK am Abend (Ortszeit). Die Zahl der Toten erhöhte sich am Dienstag auf 31, fünf mehr als noch am Vortag. Ein 91-Jähriger starb an einem Herzstillstand, andere an Folgen des Traumas durch die Erdbebenkatastrophe, hieß es. Vielerorts gab es weiterhin weder Strom noch Gas, wenngleich die Reparaturarbeiten Fortschritte machen. Noch immer waren etwa 40 Gemeinden wegen zerstörter Straßen von der Außenwelt abgeschnitten.

Einige Bewohner wissen nichts über das Schicksal ihrer Verwandten, da Telefone noch nicht überall funktionieren. Ein weiteres Problem sei, dass die Müllabfuhr wegen der zerstörten Straßen nicht überall hingelange, hieß es im Fernsehen. Auch gibt es offenbar Probleme mit der Koordinierung von Lebensmittelhilfen. Es komme zwar Proviant, man wisse aber nicht immer welcher Art, sagte ein Helfer. Nach Angaben der Wetterbehörde werden die Temperaturen in der Katastrophenprovinz weiter fallen, wobei es in den Bergen sogar zu schneien droht.

Unterdessen schwächte sich der Taifun "Nock-ten" südlich vor Japan über dem Meer zu einer Tiefdruckzone ab. Die Behörden warnten die Bewohner in der Inselregion aber vor starkem Regen, Wind und Wellen.

Ministerpräsident Junichiro Koizumi besuchte am Dienstag die Katastrophenprovinz Niigata. Er deutete nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo die Ausgabe von weiteren Staatsanleihen zur Finanzierung der Wiederaufbauhilfe an. Die örtlichen Behörden forderten derweil angesichts andauernder Nachbeben und der Gefahr neuer Erdrutsche weitere Bewohner auf, sich in Sicherheit zu bringen.

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