320 mal 43 Meter
Neues Superschiff für wachsenden Welthandel gewappnet

Spät am Abend wird am Donnerstag ein Schiff die Elbe herauffahren, das selbst im Welthafen Hamburg Aufsehen erregt: Der neue, noch ungetaufte Frachter der Reederei Hapag-Lloyd ist nicht nur eines der größten Containerschiffe der Welt, sondern auch eines der schnellsten.

dpa HAMBURG. Bei einer Länge von 320 Metern und knapp 43 Metern Breite ließen sich auf Deck drei Fußballfelder anlegen. Der Gigant kann 7 500 Standardcontainer (TEU) oder 100 000 Tonnen transportieren; das sind 2 600 TEU oder 33 000 Tonnen mehr als die Vorgänger-Modelle. Angetrieben wird das Schiff vom stärksten Schiffsdiesel, der gegenwärtig zu haben ist. Mehr als 93 000 PS (68 640 Kilowatt) bringen den Containerriesen auf eine Reisegeschwindigkeit von mehr als 25 Knoten.

Am Freitag tauft die Ehefrau des DaimlerChrysler-Chefs, Lydia Schrempp, das Schiff auf den Namen "Hamburg Express". Für den jungen Hamburger Bürgermeister Ole von Beust ist das eine der ersten öffentlichen Gelegenheiten, Weltläufigkeit und Internationalität zu demonstrieren: Bei der Taufzeremonie auf dem Containerterminal Burchardkai sind nicht nur die Vertreter der koreanischen Hyundai - Werft aus Ulsan zu Gast, sondern Kunden der Reederei aus aller Welt. Für den scheidenden Hapag-Lloyd-Chef Bernd Wrede ist es die letzte Schiffstaufe, ehe er Ende des Jahres die Führung des Konzerns an seinen Nachfolger Michael Behrendt übergibt.

Superschiff ist das erste von vier

Das rund 80 Mill. $ teure Superschiff ist das erste einer Serie von vier baugleichen Containerfrachtern, die Hapag-Lloyd in Korea in Auftrag gegeben hat und die bis März 2003 ausgeliefert werden. Dazu kommen vier weitere, nur geringfügig kleinere Schiffe, die langfristig gechartert und bis Anfang 2004 von Hapag-Lloyd in Betrieb genommen werden. Die hohen Investitionen spiegeln das Vertrauen in die weitere Entwicklung der Schifffahrtsmärkte wieder. "Wir sind zuversichtlich, dass der weltweite Containerverkehr weiter wachsen wird", sagt Vorstand Günther Casjens.

Im Frühjahr 2004 werde die Hamburger Reederei 37 Containerschiffe zwischen den Kontinenten in Fahrt haben. "Der Containerverkehr über See weist ein stabiles Wachstum von jährlich 5 bis 6 % auf", sagt Casjens. Das sei nicht nur auf das stetige Wachstum des Welthandels zurückzuführen, sondern es würden zudem immer mehr Güter in Containern transportiert. Die mittelfristigen Perspektiven seien ausgezeichnet.

Welthandel hat einen Dämpfer erhalten

Kurzfristig allerdings ist die Containerschifffahrt nicht erst in diesem Herbst in die Krise gerutscht. Nach einem starken Schiffbau-Boom sind weltweite Überkapazitäten an Schiffsraum in Fahrt. Zudem hat der Welthandel nach dem 11. September einen Dämpfer erhalten, der auf der Nachfrage-Seite einen Einbruch nach sich zog. Folge: Die Frachtraten, das sind die Preise für den Schiffstransport, sind im Keller. Innerhalb eines Jahres gingen bis September die Frachtraten um 17 % zurück; seitdem sind sie weiter gefallen.

Vor diesem Hintergrund scheint fraglich, ob Hapag-Lloyd das stolze Ergebnis des Geschäftsjahres 1999/2000 wiederholen kann, als der Konzernbereich Linienschifffahrt bei einem Umsatz von zwei Milliarden Euro ein Betriebsergebnis von 160 Mill. Euro erreichte. Mit aktuellen Aussagen hält sich das Unternehmen zurück. Konzernchef Wrede will erst bei der Herbst-Pressekonferenz des Unternehmens am 11. Dezember eine Einschätzung der Lage geben.

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