325 Mitarbeiter betroffen
Mobilcom macht Comtech-Geschäfte dicht

Der Telekom-Anbieter MobilCom stellt den Handel mit Computern und Software ein und schließt nach eigenen Angaben Ende August alle verbliebenen 62 Filialen seiner Computer-Handelskette Comtech.

Reuters HAMBURG. Damit setze der Konzern die Konzentration auf sein Kerngeschäft Mobilfunk fort, teilte das Büdelsdorfer Unternehmen am Donnerstag mit. Für die 325 Mitarbeiter von Comtech sei mit dem Betriebsrat ein Sozialplan erstellt worden.

Bei der Konzentration der Geschäftsaktivitäten auf den Mobilfunk hatte MobilCom bereits zu Anfang des Jahres rund 60 seiner ursprünglich rund 120 Comtech-Filialen geschlossen. Die in den Läden damals beschäftigten Mitarbeiter wurden in anderen Konzernbereichen weiter beschäftigt. Später wurde die Tochter Systems aufgelöst und die darin angesiedelte Betreuung von Geschäftskunden anderen Unternehmensteilen übertragen. Nach Angaben von MobilCom-Sprecher Matthias Quaritsch will sich der neue Vorstandschef Thorsten Grenz von weiteren Geschäftsfeldern trennen. Für Einzelheiten sei es zu früh.

"Gesellschafterfrage" weiter ungeklärt

Insgesamt befinde MobilCom mit der neuen Strategie auf gutem Weg, um sich ganz auf den Mobilfunk zu konzentrieren, sagte Quaritsch weiter. Solange die "Gesellschafterfrage" nicht geklärt sei, könne er dazu aber keine näheren Angaben machen.

MobilCom will seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal am 13. August veröffentlichen. Bereits Ende Juli läuft die Frist zur Umschuldung von Darlehen über 4,7 Milliarden Euro aus. Dafür hat der zweitgrößte MobilCom-Aktionär France Telecom mit den insgesamt 17 Gläubigerbanken zwar bereits eine Einigung erzielt. Der französische Staatskonzern macht die weitere Unterstützung von MobilCom aber davon abhängig, dass sich auch die Lieferanten Nokia und Ericsson zu einem Teilverzicht auf Forderungen bereit erklären. Erst danach will die mit 28,5 Prozent an MobilCom beteiligte France Telecom mit dem im Streit als Vorstandschef ausgeschiedenen Firmengründer Gerhard Schmid über den Kauf von dessen Anteilen verhandeln. Während Schmid mindestens 14,50 Euro je Aktie fordert, will France Telecom offenbar nur zehn Euro zahlen. Schmid kontrolliert zusammen mit seiner Frau die Hälfte der MobilCom-Anteile.

Die am Neuen Markt notierten MobilCom-Aktien legten am Donnerstag in einem festeren Gesamtmarkt um 3,4 Prozent auf 7,61 Euro zu.

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