33-Jährige wieder ein ernsthafter Titel-Kandidat
Agassi dreht fulminant auf

Mit einer Energieleistung hat der Amerikaner bei der Tennis-WM das schon verloren geglaubte Spiel gegen den Spanier Juan Carlos Ferrero noch einmal umgedreht und damit den Schweizer Roger Federer zum ersten Halbfinalisten gemacht.

HB HOUSTON. Auch im biblischen Tennis-Alter ist er noch für Überraschungen gut. Als sich manche Kritiker schon Gedanken machten, wie er sich wohl nach der zweiten bitteren Niederlage aus dem Masters Cup in Houston/Texas stehlen werde, strafte sie der 33-jährige Andre Agassi Lügen. Mit 2:6, 6:3, 6:4 kämpfte er den Spanier Juan Carlos Ferrero nieder und vertrieb die Angst vorm Ausscheiden.

Frustrierend schnell hatte French-Open-Sieger Ferrero auf dem Hartplatz des Westside Tennis Clubs den ersten Satz gewonnen, und auch im zweiten Durchgang schien er nicht nachzulassen. Agassi versuchte alles und benutzte, als auch das nichts half, brachiale Gewalt. Nicht nur im wörtlichen Sinne. Nein, ganz real. Mit einem kräftigen Hieb auf die Schuhsohle machte er aus seinem Racket kurzerhand Kleinholz. Das half. Nun landeten die Bälle im Feld und nicht mehr im Aus. Der verunsicherte Ferrero musste sich schließlich entnervt mit 6:2, 3:6, 4:6 geschlagen geben.

"Ich war total frustriert", sagte Agassi und dachte erfolglos darüber nach, wann er zum letzten Mal einen Schläger auf dem Platz zertrümmert hatte. "Nein, nein", erklärte er schließlich schelmisch lachend: "Auf dem Platz habe ich meinen Schläger ja auch gar nicht zertrümmert. Dazu habe ich viel zu viel Respekt vor dem Court. Der hat schließlich zehn Millionen Dollar gekostet." Der zweifache Familienvater fühlte sich nach der WM-Wiedergeburt sichtlich wohl, war gesprächig und umgänglich. Die Sehnsucht nach der Familie war zwar noch da ("ich vermisse Steffi und die Kinder sehr"), aber der zweite WM-Titel nach 1990 lockt: "Jetzt ist wieder alles möglich."

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