340 Arbeitsplätze verloren
Elsa: "Noch nie so extreme Zahlungsunfähigkeit erlebt"

Das Aachener High-Tech-Unternehmen Elsa stellt am 1. Mai den Betrieb ein. Von der Schließung sind 340 Menschen in Aachen und München betroffen.

Reuters AACHEN. Der vorläufige Insolvenzverwalter Thomas Georg sagte am Mittwoch in Aachen: "Ich sehe keine andere Möglichkeit als die Stilllegung". Die Suche nach einem Investor sei ergebnislos verlaufen. "Im Unternehmen waren nach Verlusten im vergangenen Jahr von mehr als 50 Millionen Euro keinerlei liquide Mittel mehr vorhanden und sämtliche Ressourcen völlig ausgeschöpft", fügte er hinzu.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten bezifferte er mit rund 30 Millionen Euro. 340 Mitarbeiter seien von der Firmenschließung betroffen. Er werde noch am Mittwoch dem Amtsgericht Aachen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum 1. Mai vorschlagen, sagte Georg.

Managementfehler schuld an Pleite

Managementfehler im größeren Umfang seien in erster Linie verantwortlich für die Pleite, sagte Georg. Hätte Vorstandschef und Firmengründer Theo Beisch, der 60 Prozent der Elsa-Aktien hält, das Insolvenzverfahren ein halbes Jahr früher beantragt, hätte es noch eine gute Lösung geben können.

"Eine so extreme Zahlungsunfähigkeit, wie hier schon zu Beginn des Insolvenzeröffnungsverfahrens herrschte, habe ich noch nie erlebt", so Georg. Um überhaupt ein "halbwegs geordnetes Konkursverfahren und die Verwertung des Warenlagers sicher zu stellen", sei ein Überbrückungskredit beantragt worden.

Ein Massekredit zur Abwicklung größerer Auftragsvolumen sei von den Banken nicht mehr bewilligt worden, sagte Georg. Die Auftragsbücher waren früheren Angaben zufolge gut gefüllt. Die Order konnten aber auf Grund fehlender Mittel nicht realisiert werden.

Möglicherweise 70 Arbeitsplätze zu retten

Derzeit werde geprüft, wie rund 70 Arbeitsplätze erhalten werden könnten, sagte Georg. Neben zwei geplanten Managament Buy-Outs in Teilbereichen habe ein schweizer Telekommunikationsunternehmen für den Kauf eines Teils der Telekommunikationssparte Interesse gezeigt.

Nachdem die Banken eine Stundung der Schuldenrückzahlung verweigert hatten und Verhandlungen mit einem potenziellen Investor in der gesetzlich vorgegebenen Frist von drei Wochen nicht abgeschlossen werden konnten, hatte die bis zum 2. April am Neuen Markt gehandelte Gesellschaft Ende Februar den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahren gestellt. Ein Bankenpool hatte zum 15. Februar ein Kreditvolumen von 28 Millionen Euro gekündigt. Eine weitere Forderung eines anderen Institutes über zehn Millionen Euro wurde zum 30. März fällig.

Zu dem Bankenpool gehören die Westdeutsche Landesbank Girozentrale (WestLB), ABN Amro Bank, Dresdner Bank und die Sparkasse Aachen, die Elsa an die Börse begleitet hatten. Das 1980 aus der Technischen Universität Aachen heraus gegründete Unternehmen war im Sommer 1998 an den Neuen Markt gegangen. Bis auf das Jahr 2000 verbuchte Elsa seitdem durch den Preisverfall in der Branche, die Asienkrise und Anlaufverluste beim Geschäftsaufbau in den USA und Asien Fehlbeträge.

Zum 2. April wechselte die Firma vom Neuen Markt in den Geregelten Markt. Die Aktie, ehemals mit über 25 Euro bewertet, notiert derzeit bei 0,45 Euro. Sie soll zunächst weiter gehandelt werden.

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