35 Millionen Euro vom Königssohn
Saudi-Arabien: ”Wüstensöhne” wollen DFB-Team ärgern

Sie gehören zu den besten Fußballern Asiens, werden von Königssohn Prinz Faisal jährlich mit 35 Mill. Euro unterstützt - und wollen in Südkorea und Japan die Favoriten ärgern.

sid RIAD. Saudi-Arabien ist bereits zum dritten Mal bei einer WM-Endrunde dabei und erreichte 1994 bei seiner WM-Premiere in den USA sogar das Achtelfinale, in Deutschlands Vorrunden-Gruppe E gelten die "Wüstensöhne" in Asien aber lediglich als Underdogs. Die Saudis selbst, die am 1. Juni in Sapporo auf dei deutsche Nationalmannschaft treffen, geben sich indes kämpferisch. "Wir respektieren die Deutschen, allerdings spielen sie nicht mehr in derselben Liga wie früher.

Wir müssen mit dieser Gruppe klarkommen und unsere Außenseiterchance nutzen", sagt Trainer Nasser Al-Johar. Das Selbstbewusstsein ist begründet. Ende Januar triumphierte Saudi-Arabien mit einem souveränen 3:1-Finalsieg im Golf-Cup gegen Katar, zuvor gelang ein 2:0-Testspielerfolg über Rumänien - und sogar gegen den viermaligen Weltmeister Brasilien verlor Al-Johars Team zuletzt nur 0:1. In der Qualifikation für Japan und Südkorea erzielte das Team um Torjäger Sami Al-Jaber im Durchschnitt 3,36 Treffer pro Spiel und war damit so erfolgreich wie kein anderer WM-Starter. Zudem standen die Saudis seit 1984 fünfmal in Folge im Endspiel um die Asien-Meisterschaft und errangen dreimal den Titel. Doch mit den Spitzenteams aus Europa und Südamerika können die "Brasilianer des Mittleren Orients", wie sie sich auch selbst bezeichnen, noch lange nicht mithalten.

In seinen bislang sieben Begegungen bei WM-Turnieren erreichte das Team aus dem 20, 1-Millionen-Einwohner-Land bisher nur zwei Siege bei einem Unentschieden und vier Niederlagen. In der WM-Qualifikation mussten die "Wüstensöhne" bis zum letzten Spieltag bangen, ehe die Tickets gelöst werden konnten.

Auch gegen Deutschland ist die Bilanz negativ. Im bisher einzigen Länderspiel am 22. Februar 1998 in Riad siegte die DFB-Auswahl unter dem damaligen Bundestrainer Berti Vogts 3:0 durch Tore von Thomas Helmer, Andreas Möller und Olaf Marschall. Dabei hat sich der saudi-arabische Fußball in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert. Technisch brauchen sich die Saudis nicht mehr zu verstecken. Was allerdings fehlt, sind Kraft und Durchsetzungsvermögen. Weiterer Schwachpunkt ist die fehlende Kontinuität im Umfeld. Seit dem Gewinn der Asienmeisterschaft 1996 wechselte der Trainer insgesamt achtmal, zu den Gefeuerten gehörte auch der deutsche Coach Otto Pfister.

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