35 Verletzte: Zwei Tote bei israelischem Vorstoß im Gazastreifen

35 Verletzte
Zwei Tote bei israelischem Vorstoß im Gazastreifen

Bei einem Vorstoß der israelischen Armee im Süden des Gazastreifens sind am Sonntag mindestens zwei Palästinenser getötet worden. 35 weitere erlitten bei heftigen Schießereien zum Teil schwere Verletzungen, wie aus palästinensischen Kreisen verlautete.

HB/dpa GAZA. Auch zwei israelische Soldaten wurden bei dem Einsatz, an dem etwa 30 Panzer und Räumfahrzeuge beteiligt waren, durch die Explosion eines Sprengsatzes leicht verletzt.

Die Truppen waren gegen Mitternacht mit Unterstützung von Kampfhubschraubern in die autonome Stadt Chan Junis eingedrungen. Zahlreiche bewaffnete Palästinenser leisteten heftigen Widerstand. Viele von ihnen wurden nach Angaben von Augenzeugen durch Schüsse aus den israelischen Helikoptern und von Panzergranaten verletzt.

Die Soldaten zerstörten mehrere Häuser in der Grenzstadt zu Ägypten, darunter ein achtstöckiges Gebäude, von dem aus palästinensische Heckenschützen in den vergangenen Wochen wiederholt auf Soldaten gefeuert haben sollen. Vor einer Woche war in dem Gebiet ein israelischer Offizier erschossen worden.

Die Armee hatte ihre jüngste Offensive im Gazastreifen vor zwei Wochen begonnen, nachdem Palästinenser im Norden des Gebietes einen israelischen Panzer durch eine schwere Mine gesprengt und dabei vier Soldaten getötet hatten. Seither sind bei israelischen Operationen mehr als 50 Palästinenser ums Leben gekommen.

Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas sagte unterdessen am Sonntag, Israel strebe eine territoriale Verbindung Jerusalems mit der jüdischen Siedlerstadt Maale Adumim an. Der Ort liegt östlich von Jerusalem im Westjordanland. Auf der palästinensischen Seite dürfte diese Äußerung als Provokation aufgenommen werden, weil eine solche Verbindung die Beschlagnahme weiteren palästinensischen Landes bedeuten würde. Außerdem wurde bekannt, dass der neue Finanzminister Benjamin Netanjahu trotz geplanter drastischer Streichungen im Haushalt 2003 die Gelder für israelische Siedler nicht kürzen will.

Der neue israelische Außenminister Silwan Schalom (44) sagte am Sonntag, er erhoffe sich nach einem Krieg im Irak bessere Chancen für eine Friedenslösung in Nahost. Während einer Rede zum Amtsantritt warnte Schalom, dass in der Region nach einer Neuordnung weiter zahlreiche Gefahren lauerten. Israels erstes Ziel sei eine friedliche Lösung des Konflikts mit den Palästinensern. Schalom wiederholte allerdings die israelische Forderung, vor einer Wiederaufnahme von Verhandlungen müssten ein Anschlagstopp und eine Reform der Palästinenserführung erfolgen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%