3500 neue Jobs im Gespräch
VW-Betriebsrat will Tarifmodell gegen IG Metall durchsetzen

Nach dem Scheitern der Tarifgespräche für das Modell "5000 mal 5000" zur Schaffung neuer Arbeitsplätze bei Volkswagen droht offenbar eine Auseinandersetzung zwischen dem Konzern-Betriebsrat und der Industriegewerkschaft Metall.

afp HANNOVER. Nach Informationen der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" vom Freitag planen beide Seiten eine Vereinbarung, nach der doch noch Arbeitslose für den Bau eines Minivans auf Basis des VW Golf in Wolfsburg eingestellt werden können. Geschaffen würden dabei jedoch weniger als die zunächst geplanten mindestens 3500 Jobs auf Zeit.

Für die Betroffenen könnte den Angaben zufolge der unter dem VW-Haustarif liegende Tarif der Leiharbeitsfirma Wolfsburg AG gelten, die VW 1998 zusammen mit der Stadt Wolfsburg ins Leben gerufen hatte. IG-Metall-Vize Jürgen Peters sagte dazu im Deutschlandradio, ihn überrasche, dass der Betriebsrat mit dem Unternehmen eine solche Regelung treffen wolle. Das sei "schlicht und ergreifend im Augenblick nicht möglich".

VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz und Gesamtbetriebsratschef Klaus Volkert nahmen am Mittag in Wolfsburg noch einmal öffentlich Stellung zu dem Projekt "5000 mal 5000". Die Zeitung berichtet, die Regelung zwischen Betriebsrat und Hartz fuße auf einem kombinierten Einsatz bereits bestehender Tarifverträge. Neben dem VW-Haustarif existierten im Konzern noch weitere Vereinbarungen, die zur Einstellung neuer Beschäftigter herangezogen werden könnten.

Dabei gehe es um den VW-Coaching-Tarifvertrag und den Dienstleistungstarifvertrag der Leiharbeitsfirma Wolfsburg AG. Danach würden die Beschäftigten von 2002 an im Durchschnitt nur 35 Stunden in der Woche arbeiten und Zuschläge für Mehr- und Sonntagsarbeit bekommen. Gleichzeitig seien die Arbeitszeiten so flexibel geregelt, dass die Belegschaft im Extremfall 48 Stunden die Woche arbeiten kann. Die Stundenlöhne seien geringer als im VW-Haustarif.

Beim Modell 5000 mal 5000 lehnt die IG Metall die geplante Wochen-Arbeitszeit von 42,5 Stunden als zu hoch und den angebotenen Brutto-Monatslohn von 5000 Mark (2556,46 Euro) als zu niedrig ab. Die Gewerkschaft wirft dem Konzern vor, er plane einen Dammbruch für die gesamte Tariflandschaft. Das Scheitern der Verhandlungen hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, zumal VW bereits mehrfach eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung neuer Arbeitsmodelle übernommen hatte. Nach Firmenangaben hatten sich bereits 10.000 Arbeitslose für die geplanten bis zu 5000 Jobs gemeldet.

Peters sagte, die IG Metall sei bereit gewesen, dass der Haustarifvertrag von VW für die 5000 neuen Jobs nicht angewendet wird. Aber dafür sollte VW neue Leute einstellen. "Wenn Arbeitslose vom Arbeitsmarkt genommen werden und dieses Projekt nicht mit der vorhandenen Belegschaft gemacht wird, dann wollen wir akzeptieren, dass der Haustarifvertrag für eine bestimmte Zeit nicht angewendet wird, sondern dass hier der Flächentarifvertrag genommen wird, der eine geringere Bezahlung und längere Arbeitszeiten beinhaltet.

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